Hideo Kojima bleibt sich treu: Auch bei „Death Stranding 2“ stehen Konventionen hinten an. Die Gründe dafür enthüllte jetzt Higgs-Darsteller Troy Baker, der tiefe Einblicke in die Arbeitsweise des legendären Entwicklers lieferte. Demnach gehe es nicht primär um den Spielspaß, sondern vielmehr um ein Erlebnis, das nachwirkt.
In der Gaming-Branche polarisieren nur wenige Entwickler so sehr wie Hideo Kojima. Denn was die einen als geniales Storytelling oder innovatives Gameplay feiern, wird von anderen als langatmig und langweilig abgestempelt.
Doch wer glaubt, der Schöpfer von „Metal Gear Solid“ würde seine Vision für den Massenmarkt glattschleifen, der irrt gewaltig. Auch bei seinem jüngsten Werk „Death Stranding 2“ blieb sich Kojima treu und ging keinerlei Kompromisse ein. Die Hintergründe dafür enthüllte Higgs-Darsteller Troy Baker nun im Vorfeld der BAFTA Game Awards 2026 am kommenden Freitag.
„Impact“ vor Unterhaltung
Wie Baker im Gespräch mit GamesRadar erklärte, verfolge Kojima eine Philosophie, die sich deutlich von den aktuellen Trends der AAA-Industrie abhebt. Denn während viele Studios versuchen, die Spieler permanent mit Reizen zu überfluten, verfolgt Kojima ein anderes Ziel:
„Ich glaube, es gibt viele Leute, die Spiele machen – und ich mache ihnen keinen Vorwurf -, die momentan versuchen, den Spieler die ganze Zeit über zu blenden und sicherzustellen, dass er Spaß hat. Schließlich ist es Unterhaltung. Aber ich denke, es gibt andere Leute, die sagen: ‚Mir wäre es viel lieber, wenn der Spieler am Ende tief bewegt ist, als nur unterhalten.‘“
Doch genau dieser Ansatz, den Kojima verfolge, erfordere laut Baker auch ein enormes Maß an Vertrauen seitens der Schauspieler und des Teams. Man müsse sich darauf einlassen, dass Kojima „aufs Ganze geht“, auch wenn das Risiko des Scheiterns dabei mitschwingt. Schließlich sei Kojima einer der wenigen in der Branche, der die „Big Swings“ – also die ganz großen, riskanten Würfe – über die Sicherheit stellt.
Darüber hinaus machte Baker, der zu den profiliertesten Sprechern und Motion-Capture-Darstellern der Gaming-Industrie zählt und vor allem für seine Rolle als Joel in „The Last of Us“ bekannt ist, deutlich, dass „Death Stranding 2“ für ihn kein Kurswechsel sei.
Stattdessen sei das Spiel eine konsequente Fortführung dessen, was Kojima bereits bei Konami etabliert hat. Der Regisseur bleibe seinen Wurzeln treu, auch wenn die technischen Möglichkeiten heute natürlich weitaus größer sind als früher.
„Hideo macht Spiele immer noch weitgehend so, wie er Metal Gear gemacht hat: Es ist so durchkonzipiert, so gewaltig und so durchdacht, dass er, glaube ich, gar nicht anders kann, als den ganz großen Wurf zu wagen“, so Baker.
„Und wenn man das mit Vertrauen tut und sich mit talentierten Leuten umgibt – nicht nur in der Besetzung, sondern auch im Team hinter den Kulissen – und das dann auch noch durchzieht, Mann, es ist ein Wunder. Es ist wirklich ein Wunder.“
Kojima selbst hatte bereits erklärt, dass er keine „leicht verdaulichen“ Spiele entwickeln möchte. Denn „etwas, das nicht verdaulich ist, bleibt lange bei einer Person“. Ein Ziel, das er mit „Death Stranding 2“ wohl einmal mehr erreicht haben dürfte.
„Death Stranding 2“ ist seit dem 26. Juni 2025 für die PS5 erhältlich, während eine PC-Version am 19. März 2026 folgte.
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