Newsblog zum Krieg in Nahost
Iranische Armee droht mit Blockade im Roten Meer
Aktualisiert am 15.04.2026 – 13:25 UhrLesedauer: 44 Min.
Ali Abdollahi Aliabadi (Archivbild): Der Armeekommandeur sieht in der US-Blockade der Straße von Hormus „eine Vorstufe“ zu einer Verletzung der geltenden Waffenruhe. (Quelle: IMAGO/Maksim Blinov/imago)
In Teheran sollen Explosionen drei Menschen verletzt haben. Laut Medien passieren mehr als 20 Handelsschiffe die Straße von Hormus. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Die iranische Armee hat mit einer Blockade der Schifffahrt durch das Rote Meer und den Persischen Golf gedroht, falls die USA weiterhin iranische Häfen in der Straße von Hormus blockieren. Sollten die USA ihre Blockade fortsetzten und damit weiter iranische Handelsschiffe und Öltanker in Gefahr bringen, würde dies „eine Vorstufe“ zu einer Verletzung der geltenden Waffenruhe darstellen, sagte Armeekommandeur Ali Abdollahi laut einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens.
In diesem Fall würden die iranischen Streitkräfte „keinerlei Exporte oder Importe durch den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zulassen“, warnte Abdollahi.
Die USA bereiten einem Medienbericht zufolge die Verlegung Tausender weiterer Soldaten in den Nahen Osten vor. Dies solle in den kommenden Tagen geschehen, berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute US-Regierungsvertreter. Es handle sich um etwa 6.000 Soldaten an Bord des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush, der den angeschlagenen Flugzeugträger USS Gerald R. Ford ersetzen soll.
Weitere rund 4.200 Soldaten werden dem Bericht zufolge gegen Ende des Monats eintreffen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wolle so den Druck auf den Iran erhöhen, einem Abkommen zuzustimmen. Der Bericht ließ sich zunächst nicht bestätigen. In den vergangenen Wochen lag der Flugzeugträger vor der Küste Kroatiens. Nun befindet er sich im Mittelmeer auf dem Weg in den Nahen Osten.
In Kuwait ist ein Journalist, der auch US-Staatsbürger ist, nach der Verbreitung von Videos zum Iran-Krieg festgenommen worden. Seit sechs Wochen gebe es kein Lebenszeichen von Ahmed Schihab-Eldin, teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit, das sich für den Schutz von Reportern weltweit einsetzt. Es werde davon ausgegangen, dass dem Journalisten unter anderem die Verbreitung von Falschnachrichten vorgeworfen werde. Er war Anfang März nach Kuwait gereist, um seine Familie zu besuchen.
Von den Behörden in Kuwait gab es zunächst keine Bestätigung und auch keinen Kommentar zu dem Fall. Schihab-Eldin ist auch Staatsbürger Kuwaits und berichtete unter anderem für die Nachrichtensender CNN, PBS, Al Jazeera und die US-Zeitung „New York Times“. Im Internet kommentierte er auf seinem Blog den Iran-Krieg und verbreitete auch ein von CNN verifiziertes Video, das den Absturz eines US-Kampfflugzeugs in Kuwait zeigt. Schihab-Eldin wurde unter anderem für einen Emmy nominiert und berichtete häufig über das Thema Menschenrechte.
