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Lienz (Österreich) – Er war einer der Corona-Hardliner der Nation: Frank Ulrich Montgomery (73). Der Ehrenpräsident der Bundesärztekammer und ehemalige Welt-Ärztechef erntete 2021 mit Aussagen wie „Tyrannei der Ungeimpften“ massive Kritik. Er polarisierte wie kaum ein anderer Mediziner. Jetzt sorgt Montgomery bei unseren österreichischen Nachbarn für Wirbel: Er stellte Strafanzeige gegen einen Tankstellenbetreiber – wegen 3,24 Euro! Darüber berichtete zuerst die „Kleine Zeitung“.

Montgomery wirft dem Betreiber in der Anzeige, die BILD vorliegt, gewerbsmäßigen Betrug vor. Der irre Spritpreis-Streit ereignete sich am 9. März in dem Tiroler Städtchen Lienz (ca. 12.000 Einwohner). Montgomery suchte per App die billigste Tanke. Dort stach ihm ein Angebot sofort ins Auge: 1,684 Euro pro Liter, vor Ort sogar ein noch niedrigerer Preis von 1,599 Euro auf der Anzeigetafel. Dann das böse Erwachen: An der Zapfsäule sollte er plötzlich 1,999 Euro pro Liter löhnen. Zu viel für den Ärzte-Papst – er brach den Tankvorgang nach 8,11 Litern ab. Er sollte dafür 16,21 Euro zahlen. Nicht mit Montgomery: Er forderte an der Kasse einen Nachlass, der ihm aber nicht gewährt wurde.

Montgomery macht auch Beweisfotos vom angeblichen Betrug. Hier die Anzeigetafel mit dem Super 95-Preis: 1,599 Euro. An der Zapfsäule musste er aber 1,999 Euro pro Liter zahlen

Montgomery machte auch Beweisfotos vom angeblichen Betrug. Hier die Anzeigetafel mit dem Super-95-Preis: 1,599 Euro. An der Zapfsäule musste er aber 1,999 Euro pro Liter zahlen

Foto: Privat

Die Tankquittung fügte er der Strafanzeige auch bei

Die Tankquittung fügte er der Strafanzeige auch bei

Foto: Privat

Montgomerys Wortduell mit dem Tanke-Chef

Also ging der Zapfsäulen-Zoff in die nächste Runde: Montgomery beschwerte sich beim Tanke-Chef, doch der zeigte wenig Interesse. Er meinte lapidar: „Die Hinweistafel ist schon lange defekt“. Montgomery in seiner Strafanzeige: „Ich wies darauf hin, dass die Tafel dann zumindest durchgestrichen oder unkenntlich gemacht sein müsste.“ Der Betreiber soll gekontert haben: „Daran habe ich kein Interesse, die wird irgendwann repariert. Es gilt der Preis an der Zapfsäule – nichts anderes“.

Mehr zum ThemaMontgomery (r.) war während der Corona-Epidemie gefragter Gast bei Talkshows. Das Foto zeigt ihn 2022 bei der damaligen BILD-Sendung „Viertel nach Acht“ neben Nena Brockhaus (33) und Philipp Amthor (33)

Montgomery (r.) war während der Corona-Epidemie gefragter Gast bei Talkshows. Das Foto zeigt ihn 2022 bei der damaligen BILD-Sendung „Viertel nach Acht“ neben Nena Brockhaus (33) und Philipp Amthor (33)

Foto: BILD TV

Arzt forderte Preisnachlass an der Kasse

Montgomery: „Ich musste also den erhöhten Preis bezahlen, eine Kompensation oder ein Nachlass wurde mir – obwohl gefordert – zu keinem Zeitpunkt angeboten. Mir ist dadurch ein Schaden von 3,24 Euro entstanden, der aber nur so gering ist, weil ich den Tankvorgang schnell abbrechen konnte.“ Das Fass zum Überlaufen brachte für ihn dann folgendes Erlebnis: „Als ich etwa zwei Stunden später dieselbe Tankstelle in der Gegenrichtung passierte, zeigte die Anzeige nunmehr einen Wert von 1,75,9 € pro Liter an.“ Für ihn der klare Beweis eines Betruges: Die Tankanzeige auf der Werbetafel war doch verstellbar!

Thomas Diemling (57), Geschäftsführer des Unternehmens, hat dafür eine einfache Erklärung: „Die Tafel war auf einer Seite defekt, auf der anderen nicht.“ Nach BILD-Informationen hat die Polizei in Lienz wenig Interesse an einer Strafverfolgung. Denn laut geltender Regelung zählt ausschließlich der Preis an der Zapfsäule.