Bei der BBC sollen Berichten zufolge rund 2.000 Stellen abgebaut werden. Das berichteten mehrere britische Medien unter
Berufung auf Teilnehmer einer Mitarbeiterversammlung der
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Großbritannien.

Die geplanten Einschnitte sind demnach Teil eines Sparprogramms, mit dem die Ausgaben der Rundfunkanstalt innerhalb der kommenden drei Jahre um etwa zehn Prozent reduziert werden sollen. Die BBC steht bereits seit längerer Zeit unter erheblichem finanziellem Druck und musste in der Vergangenheit wiederholt Einsparungen vornehmen.

Zeitweise abonnementbasiertes Bezahlsystem angedacht

Bereits im Februar hatte die Mutter der öffentlich-rechtlichen Sender angekündigt, Kürzungen in Höhe von 600 Millionen Pfund (etwa 690 Millionen Euro) vorzunehmen, was etwa einem Zehntel der jährlichen Ausgaben entspricht. Angaben zu den erwarteten Auswirkungen auf Arbeitsplätze hatte der Sender dann aber zunächst noch nicht gemacht.

Das Finanzierungsmodell der BBC über verpflichtende Rundfunkbeiträge gilt seit Jahren als umstritten. Die konservative Vorgängerregierung warf der BBC eine politische Voreingenommenheit vor und setzte Beitragserhöhungen für zuletzt zwei Jahre aus.

Darüber hinaus gab es offenbar Pläne, die Beiträge gänzlich mit einem abonnementbasierten Zahlungssystem nach dem Vorbild von Streamingdiensten wie Netflix zu ersetzen. Auch unter der derzeitigen Labour-Regierung wird über eine grundlegende Reform der Finanzierung diskutiert.

Zunehmend generelle Kritik an Finanzierungssystem in Großbritannien

Die BBC geriet zuletzt unter anderem wegen einer Verleumdungsklage von US-Präsident Donald Trump in die
Krise
. Aufgrund einer von der BBC ausgestrahlten Dokumentation, in der Ausschnitte aus Trumps Rede vom 6.
Januar 2021 so zusammengeschnitten worden waren, dass der Eindruck
entstand, er habe seine Anhänger direkt zum Sturm auf das Kapitol
aufgerufen, forderte der US-Präsident mindestens zehn Milliarden Dollar
Schadenersatz von dem Sender.

Ein Rückgang der Einnahmen aus
der Rundfunkgebühr verstärkte die Krise des Rundfunksenders zuletzt zusätzlich. Zudem wird über eine steigende Zahl von Betrugsfällen berichtet. Die Rundfunkgebühr beträgt derzeit jährlich 174,50 Pfund (rund 200 Euro).

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