Warnzeichen frühzeitig erkennen
Sepsis entsteht als Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion und kann unbehandelt tödlich verlaufen. Typische Warnzeichen sind ein plötzlich starkes Krankheitsgefühl, feuchtkalte Haut, schneller Puls über 120, niedriger Blutdruck unter 100 mmHg, erhöhte Atemfrequenz sowie Verwirrtheit. Gerade bei älteren Bewohner:innen zeigen sich häufig unspezifische oder atypische Symptome wie Abgeschlagenheit oder Verhaltensänderungen. Diese erschweren die klare Zuordnung und erhöhen das Risiko, eine Sepsis zu übersehen.
Herausforderungen im Pflegealltag
Mehrfacherkrankungen und eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit vieler Bewohner:innen erschweren die Einschätzung zusätzlich. Symptome können leicht mit bestehenden Erkrankungen verwechselt werden. Gleichzeitig stehen Pflegefachpersonen unter hoher Arbeitsbelastung. Ohne strukturierte Beobachtungsinstrumente wie Scores oder Checklisten hängt die Erkennung stark von Erfahrung und Aufmerksamkeit ab. Subtile Veränderungen im Zustand der Bewohner:innen können so unbemerkt bleiben.
Schnell und strukturiert handeln
Regelmäßige Kontrolle der Vitalzeichen, genaue Beobachtung und lückenlose Dokumentation sind zentral. Auffälligkeiten müssen sofort gemeldet werden. Bei Verdacht ist eine ärztliche Abklärung notwendig, bei akuter Lebensgefahr der Notruf. Ebenso wichtig ist die Prävention: Hygienemaßnahmen, konsequente Wundversorgung, Impfungen und die frühzeitige Behandlung von Infektionen senken das Risiko deutlich. Schulungen, klare Kommunikationswege und eine gelebte Sicherheitskultur unterstützen Pflegefachpersonen im Alltag.
Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Fachwissen Kompakt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (04/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/