TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Massa (Italien) – Giacomo Bongiorni hatte Zivilcourage bewiesen und eine Gruppe junger Männer gebeten, nicht zu randalieren. Doch aus den Rowdys wurden Killer – und der Italiener vor den Augen seines 11 Jahre alten Sohnes totgeschlagen. Darüber berichten zahlreiche Medien.

Bongiorni verbrachte den Samstagabend mit seinen Liebsten in der Innenstadt von Massa (Toskana). Auf der Piazza Felice Palma in der malerischen Altstadt hatte sich auch eine Gruppe Jugendlicher zusammengerottet. Die offensichtlich betrunkenen jungen Männer warfen mit Glasflaschen auf Schaufenster, bis der 47-Jährige Zivilcourage zeigte und einschritt.

„Sie hörten erst auf, als sie ihn umgebracht hatten“

Unvermittelt prügelte die Gruppe auf den Familienvater ein, im Schlaghagel ging Bongiorni zu Boden. „Sie haben erst aufgehört, als sie merkten, dass sie ihn umgebracht hatten“, sagte seine Verlobte Sara Tognocchi gegenüber „Corriere Fiorentino“. Das Paar wollte im Juli heiraten. Herbeigerufene Notärzte kämpften um das Leben des Italieners – vergeblich. Giacomo Bongiorni starb vor den Augen seines 11 Jahre alten Sohnes. Der Zimmermann hinterlässt noch eine 18 Jahre alte Tochter.

Einer der Verdächtigen wird abgeführt. Ob es nur bei einer Anklage wegen Beihilfe zum Totschlag bleibt, ist fraglich

Einer der Verdächtigen wird abgeführt. Ob es nur bei einer Anklage wegen Beihilfe zum Totschlag bleibt, ist fraglich

Foto: ROPI

Die Polizei konnte rasch drei Männer festnehmen. Einer von ihnen ist minderjährig, bei den anderen handelt es sich laut „L’Unione Sarda“ um Ionut Alexandru Miron (23) und Eduard Alin Carutasu (19). Ihnen wird bislang nur Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen. Möglich, dass die Anklage noch höher gestuft wird. Denn zunächst hatten die Beamten die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Bongiorni während der Schlägerei einen tödlichen Herzinfarkt erlitten hatte. Inzwischen hat eine Autopsie allerdings zweifelsfrei ergeben, dass die Tritte und Schläge für den Tod verantwortlich sind.

Bestürzung in Massa ist riesig

In der 65.000-Einwohner-Stadt ist die Bestürzung über den Tod des mutigen Bürgers riesig. Bürgermeister Francesco Persiani legte einen großen Strauß weißer Blumen am Tatort nieder. Die Lokalpolitik hat bereits angekündigt, die Ausgehregeln zu verschärfen. Die Polizei soll künftig Platzverweise konsequenter aussprechen. Gaststätten sollen um 0.30 Uhr schließen, außerdem sollen keine Glasflaschen mehr nach 22 Uhr verkauft werden dürfen.