
Der FC Liverpool gab alles für eine Aufholjagd gegen Paris St. Germain, stemmte sich gegen das Aus in der Champions League. Doch dann machte Ousmane Dembélé ernst.
Paris Saint-Germain hat damit einen weiteren Schritt in Richtung Champions-League-Titelverteidigung gemacht und den FC Liverpool im Viertelfinale ausgeschaltet. Nach dem souveränen 2:0-Heimsieg im Hinspiel gewann PSG auch das Rückspiel in Liverpool mit 2:0 (0:0). Ousmane Dembélé (72., 90.+5) sorgte mit einem Doppelpack am Ende für klare Verhältnisse.
Pfeil rechts
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Liverpool zeigte besonders in der zweiten Hälfte mit Florian Wirtz im Mittelfeld eine engagierte Leistung, ließ aber mehrere gute Gelegenheiten liegen. So blieb die erhoffte Aufholjagd an der Anfield Road aus.
Liverpools Wirtz lobt PSG
„Uns hat dieses eine Tor gefehlt, um alles ins Rollen zu bringen, um beim Gegner Nervosität auszulösen“, sagte Liverpools Florian Wirtz bei „Prime Video“ und würdigte den Gegner. „Paris ist einfach eine sehr, sehr gute Mannschaft. Es ist sehr schwer, gegen sie zu spielen, weil sie so viel pressen, mit allen Spielern überall auf dem Platz vertreten sind und den Ball gut halten. Deshalb ist es so schwer, gegen sie zu guten Chancen zu kommen.“
PSG-Trainer Luis Enrique sprach von einem „intensiven Match zwischen zwei Teams, die wirklich gut Fußball spielen“. Anfangs habe sein Team die Partie kontrolliert, in der zweiten Hälfte sei es anders gewesen. „Wir haben sehr gelitten, sie haben uns hoch gepresst und sind großes Risiko gegangen.“
Paris wäre Halbfinalgegner des FC Bayern
PSG wäre nun im Halbfinale Gegner des FC Bayern München, falls der Bundesliga-Rekordmeister am Mittwochabend gegen Real Madrid seinen 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigt. „Es sind beides großartige Teams“, sagte PSG-Mittelfeldspieler Vitinha. „Egal wer kommt, wir werden bereit sein.“
Der Turnierbaum der Champions League
Liverpool setzt auf Doppelspitze mit Isak und Ekitiké
Liverpools Trainer Arne Slot hatte schon mit der Aufstellung ein Zeichen gesetzt: Er brachte im Vergleich zum verkorksten Hinspiel Alexander Isak für Joe Gomez. Damit stoppte er nicht nur das missglückte Fünferketten-Experiment, sondern brachte auch eine Doppelspitze mit dem Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké. Für Isak war es der erste Startelf-Einsatz nach seiner mehrmonatigen Verletzungspause.
Die Anfangsphase gehörte aber den Gästen, PSG hatte nach drei Minuten schon drei Abschlüsse auf dem Konto. Kurz darauf klärte Liverpools Torwart Giorgi Mamardashvili einen Steilpass zu kurz und musste den Nachschuss von Dembélé im Rückwärtssprinten wegfausten (10.).
Hugo Ekitiké geht ohne Gegnereinwirkung zu Boden
Liverpool zeigte viel Einsatz, provozierte mit seinem Pressing einige Pariser Fehler, nutzte sie aber nicht. Und die erste ganz große Chance des Spiels gab es auf der Gegenseite: Dembélé verzog seinen Drehschuss aus kurzer Distanz und hätte den Ball wohl besser Vorbereiter Joao Neves überlassen, der noch besser positioniert war.
Eine bittere Szene ereignete sich in der 28. Minute: Ekitiké ging ohne Gegnereinwirkung bei einem Antritt zu Boden und schien sich dabei schwer verletzt zu haben. Er wurde mit der Bahre und unter Genesungswünschen von Mit- und Gegenspielern vom Feld getragen. „Es sieht wirklich schlimm aus“, sagte Slot nach dem Spiel. „Aber es ist schwer für mich zu sagen, wie schwer. Wir werden es morgen untersuchen.“
Mohamed Salah als Joker und Vorbereiter
Durch Ekitikés Verletzung kam Mohamed Salah früher als geplant zu Spielzeit, die Klublegende hatte zunächst auf der Bank gesessen. Mit seinen ersten Ballkontakten und einer Flanke leitete er Liverpools erste dicke Torchance ein: PSG-Torwart Matwei Safonow parierte zunächst noch stark, danach klärte Marquinhos mit einer „Monstergrätsche“ im letzten Moment gegen Virgil van Dijk – und feierte die Aktion euphorisch. „Für einen Verteidiger sind Momente wie dieser besser, als ein Tor zu schießen“, sagte er bei Canal+.
Mo Salah dribbelte immer wieder über die rechte Seite an
Kurz darauf musste auch PSG wechseln: Für den offenbar angeschlagenen Nuno Mendes kam Ex-Bayern-Profi Lucas Hernandez ins Spiel. In der Schlussphase der ersten Hälfte hatte Paris noch eine gute Phase, aber es ging ohne Tore in die Kabinen.
Gakpo und Gomez bringen Schwung für Liverpool
Zur zweiten Hälfte brachte Slot Cody Gakpo und Joe Gomez für den entkräfteten Isak und für Jeremie Frimpong. Die beiden Joker hatten nur vier Minuten später eine Doppelchance: Gakpo mit einem Fernschuss und Gomez per Kopf.
Während PSG ein zweites Mal verletzungsbedingt wechseln musste – Bradley Barcola kam für Désiré Doué – wurde Liverpool immer dominanter. Ryan Gravenberch (55.) und Milos Kerkez (57.) – erneut nach schöner Salah-Vorarbeit – vergaben gute Gelegenheiten.
Milos Kerkez verzweifelt nach seiner vergebenen Chance
Florian Wirtz dreht in der zweiten Hälfte auf
In der 65. Minute schöpften die Fans an der Anfield Road Hoffnung auf die Führung, denn Schiedsrichter Maurizio Mariani entschied auf Elfmeter für Liverpool. Nach VAR-Eingriff schaute er sich die Szene noch einmal an und sah am Bildschirm, dass Liverpools Alexis Mac Allister das Foul mit einem Ausfallschritt erzwingen wollte. Der Kontakt von Willian Pacho reichte Mariani nicht, er nahm die Elfmeterentscheidung zurück.
Liverpools Wirtz, lange unauffällig, übernahm in dieser Phase immer mehr Verantwortung und leitete viele Angriffe ein. Die Abschlüsse hatten seine Nebenleute, zum Beispiel der eingewechselte Rio Ngumoha, der Safonow zu einer starken Parade zwang.
PSG trifft: Dembélé mit starker Einzelaktion
Doch der Treffer fiel überraschend auf der anderen Seite, PSG traf mit seinem allerersten Torschuss in der zweiten Hälfte. Es war eine starke Einzelaktion von Dembélé, ein platzierter Schuss aus 17 Metern. „Der Abschluss zeigt, warum er 2025 den Ballon d’Or gewonnen hat, warum Paris die Champions League gewonnen hat und warum Paris gute Chancen hat, sie erneut zu gewinnen“, sagte Liverpool-Trainer Slot.
Ousmane Dembele jubelt über seine Treffer
Dass sich Dembélé bei seinem Tor aber den Ball zentral am Strafraum noch zurechtlegen konnte, war kein gutes Zeugnis für Liverpools Abwehr.
Das Tor zog den „Reds“ den Stecker, drei Tore in der restlichen Spielzeit aufzuholen, schien aussichtslos. Dembélé erhöhte noch auf 2:0, erneut auf Vorlage des eingewechselten Barcola.
