
Europas Flugtreibstoff droht knapp zu werden.
Getty Images / Daniel Garrido
IEA-Chef Birol warnt vor einer historischen Energiekrise: Durch die Blockade der Straße von Hormus habe Europa nur noch Kerosin für etwa sechs Wochen, was bald zu Flugausfällen führen könnte. Das berichtet die „Bild“.
Die Lufthansa hat einen Notfallplan und will bei Engpässen bis zu 40 ältere Flugzeuge am Boden lassen.
Birol erwartet weltweit steigende Energie- und Spritpreise – besonders gefährdet seien asiatische Länder, die stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängen.
Von der „größten Energiekrise, die wir je erlebt haben“ spricht IEA-Chef Fatih Birol – und warnt vor drohenden Flugausfällen in Europa. Gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) erklärte der Direktor der Internationalen Energieagentur am Donnerstag, Europa verfüge derzeit nur noch über Kerosinreserven für rund sechs Wochen, wie „Bild“ berichtet. Ursache sei die Unterbrechung der Öl-, Gas- und Güterlieferungen durch die Straße von Hormus infolge des Iran-Krieges.
Sollte die Meerenge nicht bald wieder passierbar sein, müsse Europa laut Birol schon bald mit ersten Flugstreichungen wegen Treibstoffmangels rechnen, so Birol.
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Die Lufthansa habe bereits Vorkehrungen getroffen: Im Engpassfall sollten bis zu 40 ältere Flugzeuge am Boden bleiben, wie ein Manager des Konzerns der Zeitung erklärte. Die Lage sei zwar kritisch, ein Zusammenbruch des Flugbetriebs stehe aber nicht bevor. Deutschland sei bei der Kerosinversorgung vergleichsweise gut aufgestellt, da in mehr als einem Dutzend inländischer Raffinerien selbst Kerosin hergestellt werde.
Bei Engpässen in Europa könne die Lufthansa an ihren deutschen Heimatflughäfen ausreichend Treibstoff für Hin- und Rückflug laden – bei Langstrecken wie in die USA oder nach Japan funktioniere das jedoch nicht.
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Globale Folgen
Je länger die Blockade andauere, desto stärker würden Wirtschaftswachstum und Inflation weltweit belastet, so Birol. Er rechne mit steigenden Benzin-, Gas- und Strompreisen. Besonders gefährdet seien asiatische Länder wie Japan, Korea, Indien, China, Pakistan und Bangladesch, die stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig seien.
jm