Bei TM jetzt eigenen Kader aufstellen

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Weniger als acht Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft nimmt die Diskussion um den möglichen DFB-Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann immer mehr Fahrt auf. Eine Personalie, die zuletzt im Zuge der März-Länderspiele wiederholt im Fokus stand, ist Stuttgart-Angreifer Deniz Undav. Nagelsmann hatte den 2025/26 bis dato mit Abstand besten deutschen Scorer nach der Partie gegen Ghana in Augen vieler Zuhörer abfällig bewertet und sich sichtlich genervt von der öffentlichen Debatte über einen möglichen Startelfplatz Undavs präsentiert. Für seine Aussagen entschuldigte sich der 38-Jährige nun.
„Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er ihn so reinmacht. Es war schon ein langer Schritt, der nach 70 Minuten – auch im Hinblick auf den Sommer bei 42 Grad – für ihn schwierig sein kann“, hatte Nagelsmann im Anschluss an das 2:1 gegen Ghana, bei dem Undav als Joker den Siegtreffer erzielte, zu Protokoll gegeben. Dass der VfB-Stürmer beim Turnier in Kanada, Mexiko und den USA eine wichtigere Rolle als die des Einwechselspielers übernehmen könnte, schloss der Bundestrainer damals aus. „Eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM“, sagte Nagelsmann und schob sichtlich gereizt hinterher: „Er hat sein Tor gemacht, das ist sein Auftrag, das ist seine Rolle. Und damit ist, glaube ich, alles besprochen jetzt im Sieben-Tage-Dauerthema Deniz Undav.“
In einem Gespräch im Interview-Format „Bestbesetzung“ bei „MagentaTV“ versuchte Nagelsmann nun, seine Aussagen zu relativieren. Eine Rolle für die Erkenntnis, dass seine Äußerungen über Undav möglicherweise zu harsch formuliert waren, habe dabei seine Ehefrau gespielt. „Lena ist ja immer im Stadion. Sie ist ein Mensch, der mich super reflektiert, der mir natürlich auch ins Gesicht sagt, wenn irgendwas nicht gut war. Beispiel Deniz Undav. Ich habe ihr gesagt, ich werde ihn anrufen, und dann hat sie gesagt: Ja, das rate ich dir auch. So kann man es zusammenfassen.“
Nagelsmann führte konkret mit Blick auf das „Für ihn schwierig“-Zitat fort: „Es war ein unnötiger Satz, für den ich mich auch direkt am nächsten Tag bei Deniz entschuldigt habe. Das hat er Gott sei Dank angenommen und es ist auch alles in bester Ordnung zwischen uns. (…) Ich habe mich in dem Moment einfach ein bisschen triggern lassen von sehr vielen Nachfragen zu ein und demselben Thema. Es war nicht richtig und war auch in der Schärfe für die Öffentlichkeit viel zu forsch. Und da habe ich gesagt: ‚War blöd von mir, tut mir leid.‘“
Nagelsmann sieht noch Spielraum für Undav im DFB-Team
Mit Blick auf Undavs Rolle sehe er durchaus noch Spielraum: „Im März war der Stand, dass er Herausforderer ist und dass er als Joker eine gute Rolle spielen kann. Das hat er getan. An dieser Rolle kann sich immer auch etwas ändern. Aber das betrifft nicht nur Deniz, sondern alle Spieler.“ Die Kriterien für seine Zusammenstellung des DFB-Kaders seien nicht ausschließlich sportlicher Natur, betonte Nagelsmann. „Erst einmal sind alle nominiert, weil sie sportlich in der Lage sind, gute Spiele für uns zu machen. Das steht über allem. Dann gibt es aber Spieler, die darüber hinaus weitere Fähigkeiten haben. Deniz Undav hat einen unglaublichen Humor. Pascal Groß ist einer, der denkt wie ein Trainer. Waldemar Anton kommt mit allen klar und hat ein gutes Gespür für eine Gruppe. Das ist ein stiller Leader.“
Undav steht aktuell nach 25 Ligaeinsätzen bei 23 Scorern. Lediglich in der Saison 2023/24 brachte er es bis dato auf einen besseren Wert (28 in 30 Partien). Seine aus jenem Jahr resultierende Trefferquote von 18 Toren hatte der Angreifer bereits vor einigen Wochen mit seinem Doppelpack gegen Augsburg eingestellt. Undavs Marktwert entwickelte sich zuletzt erstmals seit Herbst 2024 wieder nach oben auf 22 Millionen Euro.
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Der Stuttgarter ist nicht die einzige Personalie, die mit Blick auf die Nominierungen Nagelsmanns Brisanz birgt. Zuletzt hatten sich auch Routiniers wie Freiburgs Matthias Ginter oder Bayerns Manuel Neuer mit ihren Leistungen wieder in den Fokus und die öffentliche Debatte gespielt. Die finale Benennung des deutschen WM-Kaders soll am 12. Mai erfolgen.

