Wien – Im ORF kommt es nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann zu weiteren Turbulenzen. Nun stehen auch Vorwürfe gegen Oliver Böhm im Raum, der seit 2013 die ORF-Vermarktungstochter Enterprise führt. Details dazu sind nicht bekannt, der ORF bestätigte aber auf APA-Anfrage entsprechende Medienberichte.
Demnach wurde der Manager, nachdem rund um Ostern Vorwürfe gegen ihn aufgekommen waren, „unverzüglich beurlaubt“. Zudem wurde eine Compliance-Untersuchung durch interne und externe Experten eingeleitet.
Sobald Ergebnisse dieser Untersuchung vorliegen, will der ORF über die nächsten Schritte entscheiden und darüber informieren. Zum Schutz aller Beteiligten werden bis dahin keine weiteren Details genannt.
Böhm verantwortet die Vermarktung des ORF-Angebots. Im Transparenzbericht des ORF scheint Böhm als einer der Top-Verdiener des Unternehmens auf: Mit einem Jahresbruttobezug von knapp 349.000 Euro rangiert er 2025 auf Platz drei – hinter Multimanager Pius Strobl und dem damaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann.
Oliver Böhm leitet seit 2013 die Geschäfte der ORF-Vermarktungstochter ORF-Enterprise.
© ORF/Ramstorfer
Als Geschäftsführer von ORF-Enterprise verantwortet er rund ein Fünftel der Gesamterlöse des öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens. Laut ORF-Jahresbericht beliefen sich die Werbeeinnahmen 2025 in TV, Radio und Online auf 188,7 Millionen Euro; dazu kommen weitere 36,4 Millionen, die über Sonderwerbeformen generiert wurden.
Böhm steht seit 2013 an der Spitze der ORF-Werbevermarktung. Davor war er für verschiedene Privatradios tätig. (APA, TT)