„Du hättest dich ruhig selber wählen können“, musste sich Martha Schultz am Freitag bei der Generalversammlung des ÖVP-Wirtschaftsbunds anhören. Die 63-jährige Touristikerin aus dem Zillertal wurde nun auch in der türkisen Teilorganisation offiziell zur Nachfolgerin von Harald Mahrer gekürt. Dieser hatte im November sowohl im Wirtschaftsbund als auch in der Wirtschaftskammer abtreten müssen. Auslöser waren eine Affäre um hohe Funktionärsgagen und eine schlechte Kommunikation der Kammerspitze.

Der Wirtschaftsbund tagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Medien waren nur via Livestream und Internet zugelassen. Schultz erhielt 169 der 170 abgegebenen Stimmen. Das entspricht einem Anteil von 99,3 Prozent.

Den Funktionärinnen und Funktionären versprach sie, den Wirtschaftsbund in ÖVP, Parlament und Regierung wieder „sichtbarer“ zu machen. „Weiter wie bisher ist keine Option“, beteuerte sie, „wir müssen liefern“. Der Weg dürfe nicht jenen aufbereitet werden, die mit allzu simplen Versprechen Lösungen vorgaukelten.

Ihrem Vorgänger Mahrer dankte Schultz für seine „jahrelangen, wichtigen Leistungen für Österreichs Wirtschaft“. Anwesend war Mahrer nicht – zumindest nicht auf jenem Livestream, den die ÖVP-Teilorganisation zur Verfügung stellte.

Schultz ist in Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer gut verankert. In der Kammer war sie bereits seit 2010 Vizepräsidentin.

Mit Bruder Heinz führt sie das Seilbahn- und Tourismusunternehmen ihrer Familie. Martha Schultz ist Mutter eines erwachsenen Sohnes. Ihre Erfahrungen als Alleinerzieherin waren ein Anstoß für das Engagement in der Kammerorganisation „Frau in der Wirtschaft“. (APA)