Im Rahmen des diesjährigen Themenfrühstücks konnte der SoVD-Ortsverband Haselünne/Herzlake Charlotte Erpenbeck zum Thema „Unser Immunsystem“ begrüßen. Sie erklärte und erläuterte den Zusammenhang zwischen Erkältungskrankheiten und unserem Immunsystem und leitete dann über zu einigen Tipps, wie man den eigenen biologischen Alterungsprozess verlangsamen kann.

Das Immunsystem ist für den menschlichen Körper lebenswichtig: Es schützt vor Schadstoffen, Krankheitserregern und krankmachenden Zellveränderungen. Dabei umfasst es verschiedene Organe, Zellarten und Eiweiße.

Solange die körpereigene Abwehr störungsfrei arbeitet, bemerkt man sie kaum. Erst wenn das Immunsystem durch Schwäche versagt oder mit besonders aggressiven Krankheitserregern konfrontiert wird, wird der Mensch krank. Auch bislang unbekannte Erreger können den Körper leicht angreifen.
Ob das Immunsystem gut funktioniert, zeigt sich insbesondere in der Wintersaison, wenn Erkältungen gehäuft auftreten.

Erpenbeck betont, dass unser Immunsystem nicht vererbt wird, sondern stark von unserer Lebensweise abhängig ist – also davon, wie wir leben und was wir essen. Zwei wichtige Aspekte sind hierbei die Vitaminzufuhr und insbesondere das Vitamin D, das eine entscheidende Rolle für unser Immunsystem spielt. Vitamin D ist nicht nur für den Knochenaufbau essenziell. Es bildet im Körper verschiedene Formen, von denen eine direkt das Immunsystem unterstützt. Diese spezielle Variante ist allerdings nur circa 24 Stunden aktiv und wird dann umgebaut, um die Knochenbildung zu ermöglichen. Daher ist eine dauernde Zufuhr notwendig.

Im Winterhalbjahr empfiehlt Erpenbeck deshalb, täglich eine 1000-I.E.-Tablette Vitamin D in Kombination mit Magnesium einzunehmen.

Ein zweiter Aspekt sind unsere Muskeln und Mitochondrien. Auch funktionierende Muskeln sind für das Immunsystem wichtig. Erpenbeck erklärt in ihrem Vortrag die Rolle der Mitochondrien: Diese kleinen Organismen arbeiten als Energielieferanten in unseren Zellen und besitzen eine eigene Erbanlage. Mitochondrien können im Gegensatz zu den Körperzellen selbst ihren Alterungsprozess rückgängig machen und arbeiten am besten, wenn sie durch Muskeltraining gefordert werden.

Mit viel täglicher Bewegung und mindestens zweimal pro Woche intensiver Anstrengung oder Training kann man nachhaltig zur eigenen Lebensqualität beitragen. Ab dem 40. Lebensjahr verliert der Mensch ohne Training je nach Lebensweise 1–8 Prozent seiner Muskelmasse pro Dekade. Fehlt Muskelmasse, fehlt auch der Hauptabnehmer für Zucker im Blut. Überschüssiger Zucker wird in Fettzellen umgewandelt, was zu Gesundheitsproblemen wie Diabetes und in der Folge zu dem metabolischen Syndrom führen kann.

Gezieltes Muskeltraining verbessert wesentliche Faktoren. Wer sich ausreichend bewegt und anstrengt, kann oft vermeiden, dass er Medikamente braucht. Testosteron (das auch im Frauenkörper gebildet wird) nimmt ab der Lebensmitte deutlich ab, dieser Abbau kann aber ebenfalls durch Muskeltraining aufgehalten und sogar teilweise rückgängig gemacht werden.

Zwischenmahlzeiten sollten, soweit sie nicht medizinisch notwendig sind, möglichst vermieden werden, und es ist optimal, wenn Sie es schaffen, dass zwischen zwei Mahlzeiten des Tages für einen Zeitraum von 14–16 Stunden nichts gegessen wird. Aus naheliegenden Gründen eignet sich der Zeitraum zwischen Abendessen und Frühstück am besten dafür.

Zuckerersatzstoffe sind kontraproduktiv: Wenn das Gehirn Süßes wahrnimmt, wird Insulin ausgeschüttet, obwohl kein Zucker aufgenommen wird – dies kann Heißhunger verursachen. Cholesterin ist wichtig für die Hormonbildung. Klassische Butter ist hierfür besser geeignet als Margarine. Unsere jahreszeitliche Fruchtfolge in Feld und Garten deckt im Allgemeinen alle Bedürfnisse des Körpers ab.

Langzeituntersuchungen bei amerikanischen Soldaten, die vor jedem Auslandeinsatz geimpft wurden, haben gezeigt, dass Menschen, die einmal jährlich geimpft werden – unabhängig von der Art der Impfung (z. B. Grippe, Zecken, Pneumokokken oder Tetanus) – ein signifikant geringeres Risiko für Alzheimer haben.

Themenfrühstück
17. April 2026, 0 Uhr bis 17. April 2026, 0 Uhr

Dieser Text wurde erstellt von:
Wilhelm Jansen
SoVD-Ortsverband Haselünne/Herzlake