Punk zur Wochenmitte: Was man sonst in der KAPU vermuten würde, fand diesen Mittwoch im LAST in Linz statt. Mit The Boojums hatten sich Gäste aus Kanada angesagt, die auf ihrer ausgedehnten Europatour einen erstmaligen Stopp in der Stadt einlegten. Support kam von Leon Asen und Cut Manners.

Mittwochabend, Linz. In der Lastenstraße ist mit dem last ein Space entstanden, in dem Konzerte in Linz eine weitere Venue gefunden haben. Neben Gamern, Skatern und vielen mehr gibt es dort nämlich einen feinen Konzertraum. Ein Konzertraum in einer Größe, die Linz eigentlich gefehlt hat. Gut 300 Leute werden da nämlich schon reinpassen ins Erdgeschoss des ehemaligen Firmengebäudes der Unternehmerfamilie Schachermayer. Soweit, so gut.

Ganz so viele, wie reinpassen, waren es dann nicht an diesem Mittwochabend, die ins last gepilgert waren, um das Gastspiel der kanadischen Punkrocker The Boojams mitzuerleben. All jene, die nicht da waren: Ihr habt was verpasst.

Begonnen hat der Abend nämlich mit Cut Manners. Linz‘ finest in Sachen Garage Rock ließ sich auch nicht lumpen. Pünktlich um 20 Uhr wurde vor einer angesichts des Wochentages doch ansehnliche Menge ihre Musik in die Fressen der Anwesenden gebrüllt. Neues Material gab’s neben den bekannten Songs wie Waiting For The Sun oder Dreckig auch zu hören, politisch sind Cut Manners sowieso geblieben. Attitüde? Passt. Musik? Passt. Cut Manners machen immer wieder Spaß und sind immer einen Konzertabstecher wert.

Eine Umbaupause später ein kleiner Stilbruch. Leon Asen präsentierte samt Band das gleichnamige Album. Deutschsprachig, mit Songs wie Wenn Du Bleibst, Ein Total Verrückter Sommer oder Ich Sag Nein. All jene, die nach Cut Manners nicht einer längeren Rauch- und Bierpause gefrönt hatten, hatten ob semigelungener Zwischenansagen und Sich-Nicht-Immer-Ernst-On-Stage nehmen eine gute Zeit, die auch am Merchstand nicht endete. Neben der wohl billigsten Platte des Jahres (10 Euro für eine Vinyl) gibt’s dann sogar ein Gratis-Plastiksackerl samt Air einer Leon-Asen-Show dazu. Sympathisches Quartett da on stage, muss man schon sagen.

The Boojums: wenn der Bass streikt

Beim Headliner, The Boojums, wurde dann deutlich: Bässe sind Arschlöcher. Haben sie doch die Angewohnheit, dass Saiten genau dann reißen, wenn man es nicht braucht. Zu Beginn eines Livesets etwa. Macht ja nix, so hatte Bassistin Sarah dann insgesamt drei Instrumente zur Auswahl, die sie während der Show auch benutzte. The Boojams sind gerade auf exzessivster Europatour – und für Kanadier ist es ja fast nur ein Katzensprung, wenn man zwischen Shows nur drei Stunden Fahrzeit einplanen muss. Europa und kurze Abstände sei Dank.

The Boojums verkörpern on stage: Punkrock. Nicht mehr, nicht weniger. Ihr gleichnamiges Debütalbum kann man Fans von Drei-Minuten-Tracks wärmstens empfehlen, und Songs wie Football, Wings of Fire und Burnin Up gehen ins gemeine Punkrock-Fanohr wie warme Semmeln. Das macht Spaß, und auch so ist das Trio sehr umgänglich, wie man nach der Show mitbekommen konnte. Sympathischer Auftritt einer sympathischen Band, die man hoffentlich bald wieder in Linz begrüßen darf. Dann wieder mit nichtzickendem Bass, gell!

Ein schönes Mittwochskonzert in einer Location, die es in Linz so kein zweites Mal gibt. Und die sich für weitere Konzerte durchaus empfohlen hat: schnelle, preisgünstige Gastro, schöner Konzertsaal, halbwegs erreichbar. Da sieht man dann auch mal über die eine oder andere Schwäche beim Live-Sound hinweg.