Kommissar Rex ist wieder da – und mit ihm die allerklassischste Jause der 1990er-Jahre.
Jetzt ist also der Kommissar Rex zurück auf der ORF-Leinwand, mit neuem Herrchen, neuem Hund, altem Titellied in neuem Gewand („Dog takes over control“), und immer noch zeigt sich Wien trotz Bombendrohung neben dem Stephansdom und Leiche im Fiaker wie schon im 1990er-Rex von seiner allerfeschsten Postkartenseite. (Generell ist es interessant, dass Orte, die in Krimis als Verbrecherhochburgen mit psychopathischen Einwohnern dargestellt werden, für Menschen interessante Urlaubsziele werden, finden Sie nicht?) Als Rex-Fan der ersten Stunde habe ich mir den Auftakt der neuen Reihe natürlich anschauen müssen:
Damals als Kind wollte ich wegen der Serie zwar nicht Kommissarin, aber Tiertrainerin werden (hat nicht geklappt, wie Sie merken). Die Katzen, die an Fernsehabenden gern drei Viertel der Couch blockieren, waren ob der vielen Hundegeräusche etwas weniger entspannte Couch Potatoes als sonst, das Kind sieht das Konzept Hund-und-Herrli-Ermitteln, speziell die Gespräche zwischen Kommissar und dem hochbegabt jedes Wort verstehenden Hund, deutlich skeptischer als ich damals.
Jedenfalls hat mit dem Rex auch die Wurstsemmel wieder mehr TV-Präsenz, in meiner Kindheit und Jugend galt so eine Wurstsemmel als die logischste und sinnvollste Art der Jause, in meiner Erinnerung habe ich wahnsinnig oft Geld bekommen, um mir unterwegs oder vor Schulbeginn eine frische zu holen. Dabei ist sie ja nicht unbedingt der allergesündeste und auch gar nicht besonders lange satt machende Snack, weder für Kinder noch für TV-Hunde. Aber gut, damals haben wir auch nicht überallhin Wasser mitbekommen, heute tragen schon Volksschüler bemerkenswerte Mengen an Leitungswasser in Stanley-Cups, die halb so groß sind wie sie selbst, durch die Gegend. Ungeklärt ist heute wie damals die Frage, wieso Wurstsemmeln eigentlich nur so wahnsinnig gut und knusprig schmecken, wenn man sie sich frisch im Supermarkt machen lässt (und sofort isst) und warum man das zuhause einfach nie so gut hinbekommt. Und natürlich stellt sich die Gretchenfrage: Mit oder ohne Gurkerl? (Ohne natürlich!) In diesem Sinne: Genießen Sie Ihr Jausensemmerl!
E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.obfuscationcom
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