Paukenschlag im TV-Markt: Thomson wechselt Partner nach Millionen-Insolvenz.

Nach der überraschenden Pleite der Wiener StreamView GmbH stellt die Traditionsmarke Thomson die Weichen für die Zukunft neu. Trotz der Millionen-Verbindlichkeiten des bisherigen Partners soll der Kundenservice für TV-Geräte in Europa lückenlos gesichert bleiben. Alles zum Partnerwechsel von Thomson TV in Europa.

Die europäische Elektroniklandschaft kommt nicht zur Ruhe: Die Marke Thomson hat offiziell den Wechsel ihres TV-Partners für Europa angekündigt. Hintergrund ist die Zahlungsunfähigkeit der bisherigen Vertriebsgesellschaft, der Wiener StreamView GmbH, die als Lizenznehmer für das europäische Fernsehgeschäft fungierte. Established, der Markeneigentümer von Thomson, betonte jedoch sofort, dass man bereits mit Hochdruck an der Identifizierung eines neuen, verlässlichen Partners arbeite, um die Marktpräsenz der 1893 gegründeten Traditionsmarke stabil zu halten.

Für die Kunden gibt es derweil ein wichtiges Signal der Entspannung: Der Eigentümer verspricht, alles zu unternehmen, um die Kontinuität des Kundendienstes und die Verbraucherzufriedenheit sicherzustellen. Trotz der Turbulenzen bekräftigt das Unternehmen sein langfristiges Engagement in Europa. Das Sortiment, das von kompakten 24-Zoll-Geräten bis hin zu hochmodernen 100-Zoll-QLED- und OLED-Modellen reicht, soll weiterhin eine zentrale Rolle im wettbewerbsfähigen Preissegment des Handels spielen.

Millionen-Verbindlichkeiten bei StreamView

Die wirtschaftliche Situation des bisherigen Partners stellt sich als kritisch dar: Die Wiener StreamView GmbH hat beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Die unbesicherten Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 36,6 Millionen Euro. Im Gegensatz zu vielen Sanierungsfällen ist bei StreamView explizit keine Sanierung vorgesehen, was die Liquidation und die anschließende Auflösung des Unternehmens zur Folge hat.

Die Gründe für die Schieflage liegen laut Gläubigerschutzverbänden in massiven Kostensteigerungen, neuen Handelsschranken sowie Differenzen mit dem chinesischen Geschäftspartner Express Luck Group. Diese Faktoren schränkten den operativen Spielraum des Unternehmens, das Markennamen wie Nokia und Thomson für den Vertrieb von Hardware nutzte, zuletzt massiv ein. Von der Pleite sind rund 35 Mitarbeiter sowie etwa 860 Gläubiger betroffen, die mit erheblichen Ausfällen rechnen müssen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Status Thomson: Suche nach neuem TV-Partner für Europa läuft bereits.

Kundenservice: Die Fortführung des Supports für Thomson-Geräte wird zugesichert.

Insolvenzverfahren: Konkurs ohne Sanierungsplan führt zur Liquidation der StreamView GmbH.

Finanzielle Belastung: Unbesicherte Passiva in Höhe von ca. 36,6 Millionen Euro.

Betroffene: Verlust der Arbeitsplätze für 35 Dienstnehmer und Forderungsausfälle für ca. 860 Gläubiger.

Insolvenzmasse: Besteht primär aus Markenrechten, Warenbeständen und Unternehmensbeteiligungen.

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170426 Thomson neuer Vertriebspartner: Amazon