Moir Trend Stoff Comeback

Salbeitöne bringen Moiré-Stoff, wie die Variante von Colefax & Fowler, zum Strahlen. Insbesondere, wenn auch noch Licht darauf fällt.

Colefax & FowlerMoiré gibt es schon seit dem Mittelalter

Bereits im Mittelalter gewann Moiré an Popularität, die im 17. und 18. Jahrhundert nur noch zunahm. Dabei wurde der Stoff bei Kleidern genauso verwendet, wie für Accessoires (Peter der Große trug bevorzugt Moiré-Schärpen) und Wandverkleidungen aller Art. Im 20. Jahrhundert kam Moiré dann auch auf den großen Laufstegen dieser Welt an: Christian Dior zeigte in den 1950er Jahren Kollektionen mit dem wellengemusterten Stoff, unter anderem das Kleid „La Cigale“ in grauem Moiré, das so aussah, wie „biegsames Metall“, so Harper’s Bazaar. Auch Yves Saint Laurent experimentierte um 1970 mit dem Stoff und das Innenarchitekturbüro Maison Jansen kleidete 1962 einen Salon im Weißen Haus auf Wunsch von Jackie Kennedy in moosfarbenes Seidenmoiré.

Anfang der 2000er versuchte sich die italienische Stoffmarke Dedar Milano an Moiré – mit Erfolg. Damals diente er zwar noch eher als Hintergrund, doch seit 2013 zeigt die „Amoir Libre“-Kollektion Moiré in seiner ganzen Pracht. „Ich glaube, dass der Übergang vom Kleinen zum Großen entscheidend war“, bestätigt Raffaele Fabrizio, Kreativdirektor des Unternehmens. Auch wenn es den strukturierten Stoff schon lange gibt, hat er etwas sehr Modernes an sich. „Moiré wirkt wie Marmor, wie eine Holzmaserung oder vom Wind verwehter Sand.“ Gerade weil Naturmaterialien im Trend liegen – unter anderem weil sie in einer schnelllebigen Welt Sicherheit, Langlebigkeit und Beständigkeit symbolisieren –, erlebt also auch Moiré ein Comeback. Doch gibt es noch einen Faktor zu beachten.

Sommerfarben Wandfarben Wände und Schränke verkleidete Karasinski mit DedarStoff.

Laura Karasinski hauchte einer 400-Quadratmeter großen Wohnung in einem Wiener Stadtpalais neues Leben ein – und entschied sich bei den Wänden und Schränken für gelbgoldenen Moiré-Stoff von Dedar.

Jamie McGregor Smith