Die „Fallout“-Serie von Amazon brach auch mit der zweiten Staffel wieder Zuschauerrekorde. Der Designer Chris Avellone kann der Serie jedoch nicht viel abgewinnen.
Nach der erfolgreichen ersten Staffel von „Fallout“ im Jahr 2024 legte Amazon Ende 2025 mit weiteren Folgen nach. Die zweite Season der TV-Adaption konnte dem Unternehmen zufolge innerhalb der ersten 13 Wochen weltweit 83 Millionen Menschen anziehen. Die Show wurde bereits im Mai 2025 vorzeitig um eine dritte Staffel verlängert.
Chris Avellone kann der Serie allerdings nicht viel abgewinnen, wie er nun in einem Interview verriet. Der Entwickler fungierte unter anderem bei „Fallout 2“ und „Planescape: Torment“ als Designer und wirkte als Senior Designer bei „Fallout: New Vegas“ mit.
Vorsicht, Spoiler! Der folgende Text könnte Spoiler für die zweite Staffel von „Fallout“ enthalten!
Show sei nicht absolut schrecklich, aber…
„Ich habe es bis zum Anfang von Folge 3 der zweiten Staffel geschafft“, gab Chris Avellone kürzlich in einem Interview mit dem YouTube-Kanal „TKs-Mantis“ an. „Ehrlich gesagt konnte ich einfach nicht mehr weitermachen. Das heißt aber nicht, dass es absolut furchtbar war.“
Der Designer wiederholte mehrfach, dass er die ersten Folgen der zweiten Staffel „einfach nicht gut gemacht“ fand. Insgesamt seien die Drehbücher nicht besonders gut, so Avellone.
Als Beispiel nannte der Designer eine Szene, in der sich die Protagonistin Lucy entscheiden muss, ob sie einen Sklaven der Legion oder aber ihren Begleiter, den Ghul, beschützen will. Avellone gab jedoch an, dass ein Ghul in der Welt von „Fallout“ so ziemlich alles überleben könne. Dadurch wäre „die ganze Spannung verflogen“.

„Es gab so viele solcher Momente, in denen ich mir das Ganze 10 Minuten lang ansehen musste“, so Avellone in dem YouTube-Video. „Dann wurde ich frustriert, legte eine Pause ein, vergaß, warum ich frustriert war, und fing dann wieder an, es mir anzusehen. Es vergingen weitere 10 Minuten, wenn überhaupt.“
Designer meckert auch über die Szenengestaltung
Aber Avellone kritisierte nicht nur das Skript von „Fallout“. Er stellte in dem Interview auch die filmischen Techniken infrage.
So kam der Designer auf eine Szene in der zweiten Staffel zu sprechen. Maximus, Mitglied der Stählernen Bruderschaft, sollte wegen seiner Angebeteten Lucy scheinbar verloren oder verzweifelt wirken.

„Aber die Bildkomposition und die Kameraführung in dieser Szene sind so verdammt schlecht, dass es mir schwerfiel, nicht laut loszulachen“, schimpfte Avellone. „Ich musste es innerhalb einer Minute ausschalten. Und ich dachte mir: ‚Das sind grundlegende filmische Techniken, um Emotionen zu vermitteln und eine Szene zu gestalten, und ihr macht euch damit einfach zum Affen.‘ Legt euch mal ein paar Skills zu.“
Am Ende wurde der Entwickler jedoch wieder versöhnlicher und gab an, dass es ihn freue, wenn Fans Spaß an der Show haben. „Ich bin sehr stolz auf Bethesda, dass sie es geschafft haben, daraus eine TV-Serie zu machen, was Interplay niemals hätte tun können. Und die Tatsache, dass Amazon die Serie aufgegriffen hat und sie viele Zuschauer hat, viel Aufmerksamkeit bekommt und tolle Bewertungen – das ist einfach großartig für das Franchise.“
Quelle: GamesRadar
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