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Paris – Laurence des Cars (59) zieht die Konsequenzen aus dem Skandal um den Louvre. Nach dem spektakulären Einbruch im vergangenen Oktober und weiteren Missständen hat die Direktorin des berühmtesten Museums der Welt ihren Rücktritt eingereicht. Wie der Élysée-Palast in Paris mitteilte, nahm Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) das Rücktrittsgesuch an.

Im Oktober waren vier Männer in den Louvre eingedrungen und hatten einen Teil der französischen Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro gestohlen. Die Beute ist bis heute verschwunden. Der Fall erschütterte Frankreich weit über die Museumswelt hinaus.

Eine parlamentarische Untersuchungskommission spricht inzwischen von einem „systematischen Versagen“ der Leitung. „Der Diebstahl im Louvre war kein Unfall, er offenbart ein systemisches Versagen“, sagte der konservative Abgeordnete Alexandre Portier in Paris. Es gebe „eine Liste von Versäumnissen, die in anderen Ländern und Einrichtungen längst zu Rücktritten geführt hätten“.

Über diesen Möbelaufzug sollen sich die Täter Zutritt zu den Räumen verschafft haben. Sie klauten historischen Schmuck im Wert von mindestens 88 Millionen Euro

Über diesen Möbelaufzug sollen sich die Täter Zutritt zu den Räumen verschafft haben. Sie klauten historischen Schmuck im Wert von mindestens 88 Millionen Euro

Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

Die „Parure de la reine Marie-Amelie et de la Reine Hortense“ (Schmuckstücke der Königin Marie-Amelie und der Königin Hortense) gehörte zu den gestohlenen Schmuckstücken

Die „Parure de la reine Marie-Amelie et de la Reine Hortense“ (Schmuckstücke der Königin Marie-Amelie und der Königin Hortense) gehörte zu den gestohlenen Schmuckstücken

Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

Serie von Skandalen im Louvre

Portier kritisierte, der Louvre werde verwaltet „als ob es niemandem Rechenschaft über die Verwendung öffentlichen Geldes ablegen müsste“. Rund ein Drittel des Budgets, etwa 300 Millionen Euro, stammt aus öffentlichen Mitteln.

Zu dem Juwelendiebstahl kamen weitere Probleme: ein beschädigtes Deckengemälde durch ein Heizungsleck nahe der Mona Lisa, der Verdacht auf Ticketbetrug mit einem Schaden von rund zehn Millionen Euro sowie mehrere Streiks. Neun Verdächtige wurden festgenommen, darunter Reiseleiter und Museumswächter. Des Cars hatte bereits am Tag nach dem Einbruch ihren Rücktritt angeboten, Kulturministerin Rachida Dati (60) lehnte damals ab.