Es gibt wahrscheinlich nur wenige Filmemacher:innen, aus deren Werken man nur eine einzige Einstellung sehen muss, um genau zu wissen, wer dahinter steckt. Doch dazu gehört Wes Anderson, der über die letzten 30 Jahre mit Filmen wie Moonrise Kingdom oder Grand Budapest Hotel seinen ganz eigenen Stil kultiviert hat, der mittlerweile weit über die Grenzen des Mediums Film hinausgeht. Genauso verhält es sich auch mit seinem neuesten Film Der Phönizische Meisterstreich, dem aus jeder Pore die unverkennbare Handschrift seines Schöpfers trieft.

Doch das muss nichts Schlechtes sein, denn auch wenn manche dem Wes Anderson-Look nach all den Jahren womöglich etwas überdrüssig sind, gibt es auch in dem Agenten-Thriller wieder unglaublich viel zu entdecken. Neben einem fulminanten Star-Cast in liebenswert-quirky Rollen und zur Perfektion durchstilisierten Set-Pieces und Kostümen wartet hier auch eine zutiefst persönliche und mitreißende Geschichte Andersons. Ab sofort könnt ihr Der Phönizische Meisterstreich im Abo streamen.

Mehr Film-Tipps von uns: Abonniere Moviepilot bei Google , wo wir täglich über 3 Millionen Fans mit Nachrichten, Empfehlungen und Hot Takes versorgen.Der Phönizische Meisterstreich im Streaming-Abo: Darum geht’s in dem ungewöhnlichen Agenten-Thriller

Der Phönizische Meisterstreich dreht sich um den mächtigen Geschäftsmann Zsa-Zsa Koda (Benicio del Toro), der in der Luftfahrt und der Rüstungindustrie reich geworden ist und mittlerweile zu den wohlhabendsten Menschen in Europa zählt. Doch die Macht kommt mit einer ganzen Reihe von Feinden, die ihm schon bald auf verschiedene Arten und Weisen versuchen, nach dem Leben zu trachten.

Also kümmert sich Koda wohl oder übel um seinen Nachlass und bestimmt, obwohl er viele Söhne hat, seine einzige Tochter Liesl (Mia Threapleton) zur Erbin seines Geschäfts und Vermögens. Doch ist Liesl Nonne und hat sich vor Jahren von ihrem Vater entfremdet. Könnte sein letzter großer Coup – der Phönizische Meisterstreich – die beiden doch wieder zusammenführen?

Der Phönizische Meisterstreich funktioniert als ästhetischer Agenten-Thriller mit mehr Stars, als ihr zählen könnt

Wes Anderson versammelt für seinen neuesten Film zahlreiche Gesichter seines Stammensembles, darunter etwa Scarlett Johansson, Benedict Cumberbatch, Bill Murray, Rupert Friend, Tom Hanks oder Richard Ayoade. Die Show stiehlt dieses Mal jedoch eindeutig das Haupttrio, die allesamt das erste Mal für Anderson vor der Kamera standen. Allen voran steht hier Benicio del Toro, der eine unglaubliche Vitalität und Härte als Koda ausstrahlt, die nicht nur auf seine grimmigen und buschigen Augenbrauen zurückzuführen sind.

Auch Mia Threapleton als Liesl erweist sich als echter Glücksgriff, die wohl als eine der coolsten Wes Anderson-Figuren überhaupt in die Geschichte eingeht und ihrem Leinwandvater regelmäßig lässig Parole bietet. Michael Cera hingegen hätte eigentlich in jedem Wes Anderson-Film mitspielen sollen, der jemals gemacht wurde – nicht etwa weil er tatsächlich für das Casting vorgesehen war, sondern weil seine quirky Art einfach unvergleichlich gut zum Universum des Regisseurs passt.

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Doch neben seiner Star-Power besticht der Film auch als mitreißender Agenten-Thriller, der von einer absurden Situation und Überraschung in die nächste führt (beispielsweise zu einem erinnerungswürdigen Basketball-Match, das hier unbedingt erwähnt werden muss) und immer wieder auch emotionale Töne findet. Wenn die Frage nach Vermächtnis im Raum steht und Koda und Liesl sich im Verlauf des Films nach Jahren der Entfremdung wieder einander annähern, sehen wir hier eine ungewöhnlich persönliche und nachdenkliche Note von Anderson durchblitzen, der seit 2016 ebenfalls eine Tochter hat.

So ist Der Phönizische Meisterstreich doch ein ganz eigenwilliger Agenten-Thriller und ein ganz besonderer Wes Anderson-Film, der unbedingt einen Blick wert ist. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und den Film im Kino verpasst habt, könnt ihr ihn ab sofort bei WOW im Streaming-Abo schauen.