In Österreich wird nach einem zweiten womöglich mit Rattengift verseuchten Glas Hipp-Babynahrung gesucht. Die Polizei im Burgenland südöstlich von Wien habe Erkenntnisse, dass dort ein weiteres Glas im Umlauf gebracht worden sein könnte, sagte der Polizeisprecher. Am Samstag war ein erstes Glas mit Rattengift entdeckt worden. Das Unternehmen soll nach Behördenangaben erpresst werden.

„Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt“

„Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt“, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Dies erschließe sich aus kriminaltaktischen Quellen – weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Trotzdem seien auch weitere Manipulationen nicht auszuschließen. Die Gläser sind daran zu erkennen, dass der Deckel manipuliert ist, und unter dem Glasboden soll sich ein weißer Aufkleber mit rotem Kreis befinden.

Hipp hatte am Freitagabend sein gesamtes Sortiment an Babygläschen bei der Supermarktkette Spar zurückgerufen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch „Manipulation“ ein „gefährlicher Stoff“ in die „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel 190 Gramm“ eingebracht worden sei, erklärte das Unternehmen.

Deutschland laut Behörden nicht betroffen

Die Landespolizeidirektion Burgenland teilte dann am Samstagabend mit, dass das zuvor sichergestellte Gläschen positiv auf Rattengift getestet worden sei. „Dieses Gläschen war von einem Kunden gemeldet worden, ein Verzehr hat nicht stattgefunden“, erklärte die Polizei.

Auch in Deutschland wurde zu den manipulierten Hipp-Gläschen ermittelt. Das Unternehmen gab aber für Deutschland Entwarnung: „Produkte und Vertriebswege in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, die nicht Bestandteil der Ermittlungen sind, sind nicht betroffen“, erklärte ein Unternehmenssprecher am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Einen Verdächtigen gab es nach Angaben der österreichischen Polizei zunächst nicht. Sie rief die Bevölkerung zu „erhöhter Aufmerksamkeit und rascher Meldung verdächtiger Wahrnehmungen“ auf.

Wie man die Gläschen erkennt

Die manipulierten Gläschen wurden den Angaben zufolge mit einem weißem Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden gekennzeichnet. Hinzu komme ein geöffneter oder beschädigter Deckel und ein fehlender Sicherheitsverschluss, wodurch das Knack-Geräusch beim ersten Öffnen fehlt. Zeugen hätten auch von einem „ungewöhnlichen oder verdorbenen Geruch“ berichtet.

Bei Auffälligkeiten sollten die Gläschen nicht geöffnet und keinesfalls einem Baby oder Kleinkind zum Verzehr gegeben werden. Die österreichische Gesundheitsagentur Ages appellierte an Eltern, bei auftretenden Blutungen, extremer Schwäche oder Blässe ihres Kindes „unbedingt“ die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen. 

Mit Informationen von dpa und AFP.