Austria unterlag Salzburg in der 27. Bundesliga-Runde klar mit 1:3 und Rapid schaffte in Hartberg auch nur ein beklemmendes 2:2-Remis: Damit steuert Wiens Fußball unaufhaltsam der nächsten Saison ohne Titel entgegen.
Wien. Österreichs Fußball trauert um den ehemaligen Torhüter Alexander Manninger, der vergangenen Donnerstag bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. RB Salzburg gedachte dem Keeper und trug Trauerflor – und feierte mit dem 3:1 gegen Austria die dringend benötigte Selbstbestätigung. Austrias Fußball bleibt also eine Erlebniswelt mit seltenen Hochs und stets ernüchternd wiederkehrenden Talfahrten. Nach solchen Spielen ist klar, dass Violett im weiteren Titelkampf keine Rolle mehr spielen kann. Austria ist nun in dreizehn Heimspielen gegen Salzburg, die Bullen freuen sich über den zweiten Erfolg in dieser Meistergruppe, ohne Sieg geblieben. Der Ex-Champion wittert seine letzte Chance, Alajbegovic, Konate und Onisiwo trafen. Nach dem Austria-Doppel (am Mittwoch, 18.30 Uhr, geht es in Wals-Siezenheim weiter) wartet noch Rapid.
So sehr sich die Hütteldorfer auch in Hartberg mühten, gegen die von Trainer Manfred Schmid angerührte „Beton-Abwehr“ gab es viel zu selten ein Durchkommen. Auch war offensichtlich, dass weiterhin zu oft die zündenden Ideen und besseren Pässe fehlen. Damit war das 2:2 gegen die Oststeirer das Maximum der Ausbeute, Bolla und Dahl trafen für den SCR. Damit ist Rapid Tabellenvierter, die ohnehin minimale Chance auf den ersten Titel seit 2008 scheint wie für die Austria nach dieser Runde endgültig dahin. Damit würde es die nächste Saison ohne Titel für den Wiener Fußball (seit 2013) bedeuten. Keine überraschende, aber eine höchst ernüchternde Erkenntnis.
Dank dreier Unentschieden bleibt in der Qualifikationsgruppe der Bundesliga zur Halbzeit alles beim Alten. Zwei Teams durften sich dennoch ein bisschen als Sieger fühlen. Blau-Weiß Linz eroberte mit dem 0:0 beim WAC im fünften Gruppenspiel den siebenten Punkt, die WSG Tirol verwandelte eine Woche nach dem 0:5 in Linz gegen Altach ein 0:2 noch in ein 2:2. GAK und Ried hatten 1:1 gespielt. Am Dienstag stehen bereits die Retourspiele an.
Beim Tabellenvorletzten WAC läuten jedenfalls die Alarmglocken. Ein Jahr nach dem Cupsieg und dem knapp verpassten Meistertitel ist die Abstiegsgefahr nach 14 Saisonen im Oberhaus akut. Die Wolfsberger sind seit elf Spielen sieglos und haben auch in den zwei Partien unter dem neuen Trainer Thomas Silberberger die Trendwende nicht geschafft. Sie haben nur noch zwei Punkte Vorsprung auf BW Linz.
St. Pölten hat im Titelrennen der zweiten Liga den nächsten herben Dämpfer hinnehmen müssen. Die Niederösterreicher kamen zum Abschluss der 26. Runde nicht über ein 0:0 gegen FC Liefering hinaus und liegen damit mit zwei Punkten Rückstand auf Leader Austria Lustenau auf Platz zwei. SKN hatte in der Vorwoche das direkte Duell mit den Vorarlbergern klar mit 0:3 verloren. (fin)
Lesen Sie mehr zu diesen Themen: