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24.02.2026 16:49
(Akt. 24.02.2026 19:24)

Das ÖPC fährt mit 19 Aktiven zu den XIV. Spielen nach Mailand/Cortina.
©APA/GEORG HOCHMUTH
Das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) wird 19 Teilnehmer zu den Paralympischen Winterspielen in Mailand/Cortina d’Ampezzo schicken, darunter 15 Athleten und vier Guides. Die Veranstaltung findet vom 6. bis 15. März statt. Das Team tritt in den Disziplinen Para-Ski alpin, Para-Biathlon, Para-Langlauf und Para-Snowboard an.
„Wir freuen uns, dass Menschen mit Beeinträchtigungen beweisen können, wozu sie fähig sind und zeigen können, wie wichtig Sport auch für ihre persönliche Entwicklung ist und sie das Bild von Menschen mit Beeinträchtigungen verändern“, so ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat, die auch die Zusammenarbeit mit den heimischen Olympia-Verantwortlichen rund um das ÖOC lobte. Die ehemalige ÖVP-Ministerin betonte, Olympia und Paralympics seien ein tolles Beispiel „für gelungene Inklusion. Wir haben die gleiche Einkleidung und Ausstattung und haben teilweise gemeinsame Trainings.“
Routinier Salcher als Teamleader bei Paralympics in Mailand/Cortina
Angeführt wird das Team vom Paralympics-Veteranen Markus Salcher, der seine fünften und letzten Winterspiele bestreitet. „Es ist ein sehr, sehr schönes Gefühl für mich, wieder die paralympische Wäsche tragen zu dürfen“, meinte der 34-jährige Paraskisportler. Salcher hatte in China 2022 zwei Silbermedaillen gewonnen und hält insgesamt bei zwei Mal Gold, zwei Mal Silber und drei Mal Bronze. Der Kärntner hofft nun auf einen „krönenden Abschluss“.
Ebenfalls nach Italien reisen die Aigner-Geschwister Johannes und Veronika, die in Peking jeweils zwei Goldmedaillen abgeräumt haben. Bei ihren zweiten Spielen können sie auf viel heimische Unterstützung setzen. „Es können die ganzen Geschwister, Eltern, Freunde, Partner dort hinfahren, weil es nicht auf der anderen Seite der Welt liegt, sondern nur ein paar Autostunden sind. Da ist die Motivation besonders groß“, sagte Veronika.
Neun ÖPC-Aktive feiern in Italien indes ihr Paralympics-Debüt. „Team-Küken“ ist die 16-jährige Lilly Sammer, die Tirolerin ist der Guide von Alpinskifahrer Michael Scharnagl. Für die 19-jährige Alpine Elina Stary sind es bereits die zweiten Spiele. „Es ist eine wahnsinnige Ehre, zum zweiten Mal mein Land zu repräsentieren“, erklärte die Maturantin. ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber sieht das österreichische Team jedenfalls „breit aufgestellt mit arrivierten und weniger erfahrenen Athletinnen und Athleten“.
XIV. Paralympics genau 50 Jahre nach Para-Winterspiel-Premiere
Vor vier Jahren hatte das ÖPC 22 Aktive nach Peking geschickt. Damals holte Österreich 13 Medaillen – je fünf in Gold und in Silber, drei in Bronze. Eine vergleichbare Ausbeute soll es auch diesmal geben, eine Vorgabe wollte Rauch-Kallat aber nicht machen. „Wir haben hoffnungsvolle Athleten, die schon in Peking viele Medaillen nach Hause gebracht haben. Das Allerwichtigste ist aber eigentlich, dass die Teilnahme selbst schon ein unglaublicher Erfolg für jede Athletin und jeden Athleten ist, weil es die Überwindung der eigenen Beschränkungen ist, weil sie über ihre Ziele gehen.“
Eine erste ÖPC-Abordnung reist bereits diesen Donnerstag nach Cortina. „Damit alles bereit ist, wenn am Wochenende die ersten Athleten ankommen“, sagte Huber. Insgesamt werden an den Wettkampforten Mailand, Cortina und Tesero mehr als 600 Athletinnen und Athleten aus rund 50 Nationen erwartet. In sechs Sportarten – hinzukommen noch Para-Eishockey und Rollstuhlcurling – gibt es 79 Medaillenentscheidungen. Die Eröffnungszeremonie findet am Freitag, 6. März, in der Arena von Verona statt, die Schlussfeier neun Tage später in Cortina im Curling-Stadion. Die XIV. Paralympics finden übrigens genau 50 Jahre nach der Para-Winterspiel-Premiere 1976 in Schweden statt.