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West Chester (USA) – Nachts den Fernseher einschalten, stundenlang von Dauerwerbesendungen berieseln lassen und dann vielleicht sogar per Telefon Schmuck, Staubsauger oder Putzmittel bestellen: Das Konzept Teleshopping funktionierte Jahrzehnte lang super beim Kunden. Doch jetzt muss der bekannteste Sender QVC aufgeben: Mit Schulden in Milliardenhöhe schlittert die US-Firmengruppe in die Insolvenz!
Seit 1986 gibt es den Shopping-Kanal in den USA, doch bereits 2017 fing das Geschäft an zu kriseln. Damals fusionierte QVC mit dem ebenfalls kämpfenden Konkurrenz-Sender Home Shopping Network (HSN). Schuld: Das Internet! Kunden kaufen inzwischen lieber auf Shopping-Plattformen oder im Livestream auf Social Media ein.
Auch in Europa müssen Teleshopping-Sender kämpfen. Erst im März meldete der deutsche Channel21 nach 25 Jahren Insolvenz an, in Österreich gab MediaShop das Geschäft auf und verschwand vom Bildschirm.

QVC vertreibt seit 1986 diverse Produkte über den eigenen TV-Sender
Foto: QVC TV USA
Wie es für das Unternehmen weitergeht
Mit 6,6 Milliarden Dollar (etwa 5,6 Milliarden Euro) Schulden hat die QVC-Gruppe jetzt Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betont aber, dass es noch über 1 Milliarde Dollar Liquidität verfüge, Händler und Gehälter weiterhin bezahlen könne. Das Geschäft wird nicht eingestellt, sondern soll umstrukturiert werden.
Um die Schulden auf etwa 1,3 Milliarden Dollar zu reduzieren, will QVC in der Zukunft vermehrt auf Livestream-Verkäufe, zum Beispiel bei TikTok Shop, setzen. Geschäftsführer David Rawlinson: „Letztes Jahr haben wir uns zu einem der Top-Verkäufer auf TikTok Shop US entwickelt und gleichzeitig unser Geschäft auf Streaming-Plattformen und anderen Plattformen ausgebaut.“ So habe das Unternehmen in den USA bereits fast 1 Million neue Kunden dazugewonnen, außerdem 1,5 Millionen aktive Nutzer auf den neuen Streaming-Plattformen QVC+ und HSN+.
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Das Insolvenzverfahren betrifft nur die Unternehmensgruppe in den USA. QVC in Deutschland gehört zur QVC Handel S.à r.l. & Co. KG und ist eine eigenständige Firma. Generell soll für alle Kunden alles weiterlaufen wie gewohnt: Die TV-Sender sind weiterhin aktiv, zusätzlich können Kunden auf den Internetseiten und im Livestream einkaufen.