Im Schnitt acht verschiedene Resistenzgene pro Kind

Und tatsächlich: Bei fast allen in der Klinik untersuchten Neugeborenen enthielten die Mekonium-Proben bakterielle Resistenzgene – im Schnitt waren es acht verschiedene solcher Gene pro Kind. Mit 98 Prozent am häufigsten war das Resistenzgen oqxA, mit dessen Hilfe Erreger die Antibiotika-Wirkstoffe effizienter aus ihren Zellen hinauspumpen können. 96 Prozent der Mekonium-Proben enthielten das Gen qnrS, das Bakterien vor Antibiotika aus der Klasse der Fluorchinolone schützt. Beide Gene machen Erreger immun gegen gängige Antibiotika-Wirkstoffe.

Weitere in vielen Proben entdeckte Resistenzgenen kodierten Beta-Lactamasen, Enzyme, durch die sich Erreger vor Penicillin und andere Antibiotika mit einem sogenannten Beta-Lactamring schützen. Sie waren in mehr als 50 Prozent der Mekonium-Proben nachweisbar. Als bedenklich stufen die Forschenden den Nachweis von Resistenzgenen gegen Carbapeneme bei 20 Prozent der Neugeborenen ein, eine als Notfall-Antibiotika eingestufte Wirkstoffklasse.

„Das ist besorgniserregend“

„Dieses Resultat belegt, dass schon Neugeborene Antibiotika-Resistenzen in sich tragen“, sagt Ftergioti. „Eine so frühe Präsenz von klinische bedeutsamen Antibiotika-Resistenzen so früh im Leben ist besorgniserregend. „Zwar haben wir erwartet, einige wenige Resistenzen zu finden, aber ihre hohe Zahl in der Mehrheit der Proben war überraschend – vor allem bei den Genen, die eine Resistenz gegen Carbapeneme vermitteln.“

Doch woher haben die Neugeborenen diese Resistenzgene? Einen Teil der Antibiotika-Resistenzen könnten die Kinder durch eine Krankenhausbehandlung der Mutter während der Schwangerschaft erworben haben. Noch im Mutterleib kamen sie vermutlich mit Bakterien und deren Resistenzgenen in Kontakt. Ein weiterer Teil der Resistenzgene erhielten die Neugeborenen vermutlich in den ersten 24 Stunden nach ihrer Geburt durch Prozeduren wie Venenkatheter, wie das Team erklärt.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig die Überwachung, Prävention und Kontrolle von Infektionen schon bei Neugeborenen in der Klinik ist“, sagt Ftergioti. Weitere Forschung sei nun nötig, um die Übertragungswege genauer zu identifizieren. (ESCMID Global 2026)

Quelle: Beyond







20. April 2026

– Nadja Podbregar