Rapid übernahm von Beginn an die Kontrolle, hatte viel Ballbesitz und versuchte, über die Flügel ins letzte Drittel zu kommen. Die erste Möglichkeit ergab sich früh: Nach einer Hereingabe von Weimann kam Kara zum Kopfball, setzte diesen aber knapp daneben. Wenig später ein ähnliches Bild – diesmal brachte Schöller den Ball zur Mitte, wieder war Kara zur Stelle, wieder fehlte die Präzision im Abschluss.
Mit zunehmender Spielzeit verstärkte sich dieses Muster. Rapid kam sauber bis an den Strafraum, doch die letzten Aktionen waren zu ungenau. Ein Abschluss von Bolla nach einem Eckball wurde geblockt, auch ein Versuch von Kara aus der Drehung fand keinen Weg durch. Hartberg blieb offensiv lange unauffällig, setzte aber vereinzelt Nadelstiche – etwa durch einen Kopfball von Schopp nach einer Flanke, der über das Tor ging.
Auffällig: Trotz klarer Überlegenheit in Ballbesitz (zwischenzeitlich über 70 %) gelang es Rapid kaum, echte Hochkaräter zu kreieren. Viele Angriffe endeten in ungefährlichen Flanken oder wurden im Strafraum rechtzeitig geklärt. Hartberg verteidigte kompakt und ließ nur Abschlüsse aus weniger gefährlichen Zonen zu.
Kurz vor der Pause wurde es dann erstmals richtig gefährlich auf der anderen Seite: Hoffmann wurde mit einem starken Zuspiel von Wilfinger in die Tiefe geschickt, doch Schöller rettete im letzten Moment.
Und dann kam die Szene, die diese Halbzeit völlig auf den Kopf stellte: Nach einem Eckball landet der Ball über Umwege bei Spendlhofer, der aus gut acht Metern die Übersicht behielt und das Leder über Hedl hinweg ins lange Eck chippte – 1:0 für Hartberg aus dem Nichts.
Rapid kommt gleich zweimal zurück
Rapid kam mit deutlich mehr Druck aus der Kabine und diesmal auch mit der nötigen Zielstrebigkeit. Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn fiel der Ausgleich: Seidl legte an der Strafraumgrenze ab, Bolla zog ab, der Ball wurde noch abgefälscht und schlug unhaltbar zum 1:1 ein.
Doch die Antwort von Hartberg folgte fast im Gegenzug. Nach einem Angriff über die rechte Seite landete der Ball bei Pazourek, der aus der Distanz abzog. Wieder war eine Abfälschung entscheidend, diesmal von Raux Yao mit der Schulter – unhaltbar für Hedl, 2:1.
In der Folge kippte das Spiel wieder in das bekannte Bild. Rapid hatte mehr Ballbesitz, tat sich aber gegen den tief stehenden Block schwer. Trotzdem wurde es nun gefährlicher, weil die Wiener mehr Tempo in ihre Aktionen brachten. Weimann kam einer guten Möglichkeit nahe, verfehlte das lange Eck aber knapp. Kurz darauf sorgte ein Missverständnis zwischen Hülsmann und Coulibaly für Chaos im Hartberger Strafraum, doch Rapid konnte daraus kein Kapital schlagen.
Der Ausgleich lag dennoch in der Luft – und fiel schließlich nach einer guten Stunde. Seidl brachte den Ball scharf in den Strafraum, Coulibaly kam zu Fall, Dahl reagierte am schnellsten und traf aus kurzer Distanz zum 2:2.
In der Schlussphase flachte das Spiel etwas ab. Hartberg setzte noch auf Standards, Rapid versuchte es weiter über Ballbesitz und Einzelaktionen – etwa durch Seidl oder Dahl, deren Abschlüsse aber geblockt oder zu zentral waren. Viel Stückwerk, viele Fouls, dazu Regen und Wind, die das Spiel zusätzlich unruhig machten.