Geringere Trefferquote

Russische Drohnen zerfallen – während des Flugs

Aktualisiert am 20.04.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 3 Min.

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Eine beschädigte Geran-2-Drohne (Archivbild): Das Modell weist offenbar immer häufiger Konstruktionsfehler auf. (Quelle: IMAGO/imago)

Russlands Drohnen haben offenbar ein Problem: Sie verlieren teilweise bereits in der Luft Bauteile. Das macht sich bei der Trefferquote bemerkbar.

Russland stößt im Drohnenkrieg gegen die Ukraine offenbar an Grenzen. Denn obwohl das Land von Machthaber Wladimir Putin seine Drohnen permanent weiterentwickelt und dabei erhebliche Fortschritte erzielt, wie zuletzt die Vorstellung der Geran-5-Drohne gezeigt hat, scheint die Qualität in der Masse schlechter zu werden.

Es gibt beispielsweise Bilder von russischen Drohnen, die bereits während des Flugs Bauteile verlieren oder sich verformen – ganz ohne feindlichen Einfluss.

Und so sinkt die Trefferquote im Ukraine-Krieg trotz steigender Produktionszahlen. Für diesen Umstand gibt es unterschiedliche Gründe. Diese reichen von ukrainischen Angriffen über unqualifizierte Mitarbeiter hin zu hohem Produktionsdruck.

Die neue Entwicklung wurde durch ein Video des ukrainischen Drohnenherstellers Wild Hornets bekannt, das in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Die Aufnahmen stammen von Sting-Abfangdrohnen, die sich russischen Drohnen von oben nähern und diese durch eine Explosion beim Kontakt eliminieren.

Das Video offenbart beträchtliche Beschädigungen an den russischen Drohnen. Sie weisen etwa abgerissene Wartungsklappen, verbogene und verbeulte Flügelspitzen und in mindestens einem Fall eine komplett abgerissene Bugverkleidung auf.

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Dass die Schäden durch den Beschuss des ukrainischen Militärs im Ukraine-Krieg entstanden sind, erscheint unwahrscheinlich, schreibt das unabhängige Fachportal „Defence Blog“. Demnach berichten Soldaten, die bei Abfangmissionen im Einsatz sind, dass ein Teil der anfliegenden Drohnen bereits vor Beginn des Abfangeinsatzes strukturelle Beschädigungen aufweist – mit losen oder fehlenden Verkleidungen, deformierten Steuerflächen oder abgetrennten aerodynamischen Komponenten.

Speziell geht es dabei um die russischen Geran-2-Drohnen, die russische Version der iranischen Shahed-Drohnen. Diese besitzen einen Propellerantrieb und fliegen ausschließlich frontal auf ihr Ziel zu – sie können weder wenden noch manövrieren wie ein Flugzeug. Ihre Maximalgeschwindigkeit beträgt 185 Kilometer pro Stunde, sie können einen 90 Kilogramm schweren Sprengkopf bei Einsätzen in Russlands Angriffskrieg tragen.

Produziert werden diese Drohnen hauptsächlich in der Sonderwirtschaftszone Alabuga in der russischen Region Tatarstan, wo seit 2006 eine Art russisches Silicon Valley entstehen soll. In der Fabrik sind laut verschiedenen Recherchen aber vor allem minderjährige Berufsschüler, nordkoreanische Arbeiter sowie junge Frauen und Mädchen, die meist aus Afrika angeworben wurden, tätig.