Spätestens als eigenwilliger Captain Jack Sparrow in der Filmreihe „Fluch der Karibik“ wurde Johnny Depp weltweit berühmt. Diese Berühmtheit konnte selbst die Schlammschlacht vor Gericht mit seiner Ex-Ehefrau Amber Heard nur zeitweilig ankratzen. Doch der Hollywood-Star, der auch als Musiker immer wieder unterwegs ist, malt zudem, wie man seit einigen Jahren weiß. Nun stellt die Kunsthalle Kloster Banz in Oberfranken unter dem Titel „Introducing Johnny Depp“ Gemälde und limitierte, signierte Editionen des Schauspielers aus.
Ein Bild aus der Serie „Five“ von Johnny Depp in der Kunsthalle Kloster Banz. © 2026 Never Fear Truth LLC
Zu sehen sind etwa 30 Werke des 62-Jährigen. Unter dem Motto „Reflections“ stehen die gezeigten Selbstporträts. Diese seien oft in mehreren Anläufen entstanden, um seinen eigenen, sich wandelnden Zustand einzufangen, wie es seitens der Kunsthalle Kloster Banz heißt. Hinter dieser stehen die Queens-Kunstgalerien, die als Kunstberatung zahlreiche Künstler vermarktet, unter anderem Dan Pyle und James Francis Gill, Bob Dylan und Andy Warhol.
Die Ausstellung „Introducing Johnny Depp“ hat die Galerie zuvor im baden-württembergischen Emmendingen gezeigt, wo sie auch beheimatet ist. Im vergangenen Jahr hat sie die Kunsthalle Kloster Banz gegründet und betreibt diese in den Räumen des ehemaligen Benediktinerklosters, das heute das Bildungs-und Begegnungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung beherbergt.
Johnny Depp beim Konzert der „Hollywood Vampires“ in der Münchner Olympiahalle vor drei Jahren. Florian Peljak
„Ich saß mit einem Spiegel da und skizzierte mich einfach, hielt mich fest, und das machte ich eine Weile lang“, erklärt der Künstler nach Angaben der Queens Galerien sein Vorgehen. Die direkte Pinselführung spreche für die Unmittelbarkeit des Ansatzes. Es gebe keine Leinwandgrundierung, keine Vorbereitung, keine Vorurteile. Depp beginne, wenn ihn die Lust dazu überkomme, und gebe sich ganz dem Prozess hin, heißt es auf der Website.
Auf einer in seinen Träumen immer wiederkehrenden Figur beruht die Reihe „The Bunnyman“. In der limitierten Edition „Five“ wiederum fange der Schauspieler die emotionale Erschöpfung ein, die er empfunden habe, als er das Kunstwerk 2021 fertiggestellt habe. Als Vorlage für das Kunstwerk soll ein Standbild aus einem Shooting für die Werbekampagne „Sauvage“ von Dior gedient haben.
„Paciderm“ entstand laut Ankündigung in Zusammenarbeit mit der renommierten Institution Deyrolle in Paris. Das Werk ist demnach von den berühmten, im 19. Jahrhundert von der französischen Regierung in Auftrag gegebenen pädagogischen Lehrtafeln für Schulen inspiriert. Der Elefant stehe bei Depp und auch bei Deyrolle als tiefgreifendes Symbol – ein wiederkehrendes Motiv, das die Leidenschaft für Kunst, Natur und Naturschutz miteinander verbinde.
Ein faszinierender Druck sei auch „The House That Johnny Built“, der auf Depps Originalkunstwerk „Enclosed“ von 1996 basiert, heißt es. Dieses stehe im Mittelpunkt seines Animationsfilm „A Bunch of Stuff“ und porträtiere die Vergänglichkeit des frühen Lebens des Künstlers.
Johnny Depp war zur Eröffnung seiner Ausstellung übrigens nicht selbst nach Oberfranken gereist. Er ist aktuell auf Promotion-Tour für seinen neuen Film „Ebenezer: A Christmas Carol“. Der soll im November in die deutschen Kinos kommen.
„Introducing Johnny Depp“, bis 7. Juni, Kunsthalle Kloster Banz, Bad Staffelstein