Der Begriff hybride Kriegsführung beschreibt eine Kampftechnik, die auf Grauzonen und Schnittstellen abzielt. Dabei werden unterschiedliche Methoden, Mittel und Taktiken kreativ miteinander kombiniert, um den Gegner zu schwächen und möglichst handlungsunfähig zu machen. Die Akteure agieren meist im Verborgenen oder streiten trotz Beweisen eine Beteiligung ab. Die Grenze zwischen Frieden und Krieg verwischt, weil der Krieg zwar geführt, aber nicht offen erklärt wird. Durch die Uneindeutigkeit und Unvorhersehbarkeit können Opfer sich nur schwer organisieren und verteidigen.
Der Raum, in dem gekämpft wird, beschränkt sich nicht mehr auf ein klar umrissenes Gefechtsfeld, sondern wird stark erweitert. Hybride Kriegsführung findet in Bereichen wie Politik, Diplomatie, Information, Wirtschaft, Finanzen, kritische Infrastruktur, Technologie, Militär, Gesellschaft und Kultur statt. Eine militärische Auseinandersetzung kann zwar Teil der hybriden Kriegsführung sein, der Fokus liegt jedoch primär auf den anderen Dimensionen.
Der Vorteil von hybrider Kriegsführung ist die systematische Schwächung eines Gegners mit kleinstmöglichem Risiko und Aufwand. Durch die Verschleierungstaktik und Niederschwelligkeit sind Gegenangriffe unwahrscheinlich, zudem sind die Kosten für Desinformationskampagnen, Cyberangriffe, Sabotage und Co. vergleichsweise gering. Durch Investitionen in systemrelevante Bereiche können sogar Gewinne erwirtschaftet werden, während gleichzeitig Abhängigkeiten geschaffen werden.