Beim Halbmarathon ​in Peking haben humanoide Roboter erstmals vor ihrer menschlichen Konkurrenz das Ziel erreicht. Darüber berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Gewonnen hat den Wettbewerb, an dem sowohl Menschen als auch Roboter teilnahmen, eine autonom gesteuerte Version des Humanoids Blitz aus dem Team des Smartphone-Herstellers Honor. Dieser überquerte die Ziellinie nach 50 Minuten und 26 Sekunden. Der offizielle Weltrekord der Männer über die 21 Kilometer lange Strecke liegt derzeit bei 57 Minuten und 20 Sekunden.

Ein ferngesteuerter Blitz-Roboter hatte das Ziel trotz eines Sturzes bereits nach 48 Minuten und 19 Sekunden erreicht. Weil das Regelwerk für ferngesteuerte Roboter aber Extrazeit aufschlägt, wurde die Zeit allerdings auf rund 57 Minuten korrigiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bestzeit der Roboter um fast zwei Stunden überboten worden. Der beste Roboter hatte 2025 zwei Stunden, 40 Minuten und 42 Sekunden für die Strecke gebraucht.

Im vergangenen Jahr war es zudem noch zu deutlich mehr Stürzen gekommen. Allerdings kamen auch in diesem Jahr mehrfach Roboter zu Fall und mussten ausgetauscht werden. Insgesamt bewegten sich die Roboter diesmal aber deutlich flüssiger, außerdem
wuchs das Teilnehmerfeld von rund 20 auf mehr als 100 Teams.

Ein humanoider Roboter wird nach einem Sturz beim Halbmarathon in Peking versorgt. © Kevin Frayer/​Getty Images

Veranstaltung soll Menschen für Roboter begeistern

Roboter und Menschen traten auf parallelen, aber getrennten Strecken
an, um Zusammenstöße zu vermeiden. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Rennen, bei dem neben hoch entwickelten, futuristisch anmutenden Modellen auch deutlich einfachere
Konstruktionen zu sehen waren.

© Lea Dohle

Newsletter
Nur eine Frage

Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.

Die Veranstaltung soll humanoide Robotik einem breiten Publikum
näherbringen und Innovationen fördern. Nach Angaben einer offiziellen
Studie beliefen sich die Investitionen in Robotik und sogenannte
verkörperte KI in China Ende 2025 auf umgerechnet etwa 9,4
Milliarden Euro. Bei der Entwicklung verfolgt China nach eigenen Angaben einen »menschenzentrierten« Ansatz.

Inwiefern ausdauernd rennende Roboter eine Unterstützung im Alltag von Menschen darstellen, erscheint zunächst fraglich. Lorenzo Masia von der Technischen Universität
München sieht in der sportlichen Leistung jedoch einen wichtigen Stresstest für die Roboter. 

»Eine
Distanz von 21 Kilometern zu bewältigen, erfordert nicht nur effiziente
Fortbewegung, sondern auch Robustheit, Energiemanagement, thermische
Stabilität sowie zuverlässige Wahrnehmung und Steuerung über längere
Zeiträume«, sagt der Direktor des Munich Institute of Robotics and
Machine Intelligence. Um das zu ermöglichen, müssten die Entwickler zentrale Engpässe angehen,
wie die Batterieleistung, Haltbarkeit von motorischen Antriebseinheiten,
Echtzeitsteuerung und Fehlertoleranz.

Mehr zum Thema

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Roboter:
Jetzt tut mal nicht so

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Roboter in Pflegeheimen:
Es sieht wirklich aus, als würde er einem zuhören

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Robotik:
Werden Roboter die besseren Sportler?