Abstieg so gut wie sicher

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Der FC Erzgebirge Aue steht kurz davor, in die Regionalliga Nordost durchgereicht zu werden. Das würde bedeuten, dass die 1946 gegründeten Veilchen erstmals nicht in den oberen drei Ligen vertreten wären. Ein Szenario, mit dem sich Rekordspieler Martin Männel offenbar arrangieren würde. Der erfahrene Torwart äußerte große Bereitschaft, dem Klub auch im sehr wahrscheinlichen Fall des Drittliga-Abstiegs seine bedingungslose und in Fußball-Deutschland unvergleichliche Treue zu halten.
Männel, der seinen Vertrag zuletzt im März 2025 bis zum kommenden Sommer verlängert hatte, sagte bei „Magenta Sport“: „Die Lust und der Spaß am Fußball sind nie abhandengekommen.“ Da hatte der 38-Jährige mit Aue gerade 2:2 beim VfB Stuttgart II gespielt. Was zur Folge hat, dass dem Klub vier Spieltage vor Schluss mit zwölf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt bleiben.
„Ich bin immer noch fit. Sollte der Eventualfall eintreten, möchte ich das auch gerne in irgendeiner Form in der Regionalliga wieder geraderücken“, gab Männel zu Protokoll. Für den Hennigsdorfer stehen 594 Einsätze zu Buche, womit er mit deutlichem Abstand Rekordspieler Aues ist. 2026/27 würde er, sollte er erneut verlängern, in seine bereits 19. Saison bei den Veilchen gehen. Männel war 2008 von seinem Ausbildungsverein Energie Cottbus ins Erzgebirge gewechselt.
Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit sollen laufen, wobei es für Männel „keinerlei Zweifel gibt, dass ich auch nächste Saison Teil dieser Mannschaft sein möchte.“ Zunächst aber möchte Männel mit seiner Mannschaft noch das Unmögliche möglich machen, denn „wir wären ja verrückt, wenn wir nicht da wären, wenn irgendjemand so sehr patzt.“ Mit welchen Vorgesetzten es der Keeper in der nächsten Spielzeit zu tun bekommen würde, ist derzeit noch völlig unklar.
Verwunderung aus der Branche: Wer entscheidet bei Erzgebirge Aue?
Die Positionen des Trainers und Sportdirektors sind bei einem Neuanfang noch zu besetzen. Dass Gespräche mit Spielern stattfinden, obwohl zumindest erstgenannte Personalie noch nicht geklärt ist, verwundert dem „Kicker“ zufolge in der Branche und vor allem bei Beratern. Sportvorstand Jens Haustein gab zu Protokoll: „Wenn es bei Personalien Spruchreifes zu vermelden gibt, werden wir es bekannt geben. Das gilt für den Kader wie auch für die Trainerposition.“ Interimsweise coacht Khvicha Shubitidze aktuell das Team. Männel, der seit seiner Ankunft in jeder Saison Stammtorwart war, macht seine Entscheidung nicht von der neuen Besetzung in Aue abhängig.