Sie war schon Königin, als viele Großeltern der heutigen Briten noch Kinder waren. Und als Elizabeth II. im September 2022 starb, verlor Großbritannien nicht nur seine Monarchin, sondern seine verlässlichste königliche Konstante. An diesem 21. April wäre die Queen 100 Jahre alt geworden. Rund um den Jahrestag erinnern Sonderausstellungen, Gedenkprojekte, Gärten und neue Sonderbriefmarken von der Monarchin mit klarer Haltung und einer ungewöhnlichen Geschichte.

Am 20. November 1947 heiratete die damals 21-jährig Thronfolgerin in der Westminster Abbey den gebürtigen Griechen, Philip Mountbatten, der für die Ehe die britische Staatsbürgerschaft annahm und auf seine Titel verzichtete.

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Erst 25 Jahre alt war Elizabeth, als sie 1952 während einer Reise in Kenia vom Tod ihres Vaters erfuhr und so im selben Moment Königin wurde. Aus der jungen, reiselustigen Frau wurde über Nacht ein Staatsoberhaupt – und später die am längsten regierende Monarchin in der Geschichte Großbritanniens.

27 Jahre alt war Elizabeth II , als sie am 2. Juni 1953 zur Königin gekrönt wird, immer an ihrer Seite, ihr Mann, Prinz Philip (1921 – 2021).

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Schon als junge Prinzessin gab Elizabeth ein Versprechen, das zu ihrem Vermächtnis werden sollte: „Mein ganzes Leben – mag es lang oder kurz sein – soll eurem Dienst gewidmet sein“, sagte die damals 21-jährige Elizabeth in einer Radioansprache in Kapstadt während einer Reise durch Südafrika mit ihren Eltern und Prinzessin Margaret. Die Ansprache wurde im damaligen Commonwealth ausgestrahlt.

„Ich erkläre vor euch allen, dass mein ganzes Leben – mag es lang oder kurz sein – eurem Dienst gewidmet sein soll.“

Queen Elizabeth II. (21), Radioansprache aus Kaptstadt

Aus der 73 Jahre andauernden Ehe, die bis zu Philips Tod am 9. April 2021 währte, gingen vier Kinder hervor: Charles (als ältester Sohn inzwischen ihr Nachfolger, r.), Anne, Andrew und Edward (nicht im Bild).

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Ihre Krönung am 2. Juni 1953 wurde zu einem der ersten globalen Fernsehereignisse. Umfrage-Ergebnisse zeigten während ihrer Zeit als Königin: Geliebt wurde Elizabeth II. nie, weil sie besonders nahbar gewesen wäre. Ihre Stärke lag vielmehr in der Disziplin und dem Pflichtgefühl. Während weltweit Regierungen wechselten und Krisen aufflammten, blieb sie die Frau mit Kontrolle, festem Händedruck und jenem Pflichtgefühl, das viele Briten bis heute mit ihr verbinden.

Queen Elizabeth II galt stets als die Unnahbare, hatte aber durchaus ihre humorvollen Seiten und Momente.

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Dabei war auch ihre Regentschaft nicht frei von Rissen. 1992 nannte die Königin selbst ihr „annus horribilis“, ihr Schreckensjahr. Später schadeten Familienturbulenzen und die Affären rund um das Königshaus dem Bild der bislang beinahe makellosen Monarchin weiter.

Die liebe Familie. Die Queen hatte nicht immer was zu lachen: Familien-Skandale zogen sich durch ihr ganzes Leben.

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Wärme zeigte sie öffentlich am ehesten noch dort, wo sie nichts erklären musste: bei Pferden und bei ihren geliebten Hunden, den Corgis. Elizabeth II. war nie modern, nicht immer herzlich und manchmal angreifbar. Aber sie stand und steht für Beständigkeit. (APA)

Die Corgis, waren ihre Lieblinge, im Beisein der Hunde blühte sie auf.

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