Nur drei Tage nach dem „Keller-Gipfel“ in der Bundesliga-Saison 2025/26 kam es in Runde 28 zu Teil zwei des „Doppel-Duells“ zwischen Schlusslicht FC Blau-Weiß Linz und dem in 2026 noch sieglosen Vorletzten RZ Pellets WAC. Diesmal im Hofmann Personal Stadion. Wo die Gastgeber den dritten Heimsieg en suite anpeilten und damit die Wölfe mit der Roten Laterne ins Lavanttal schicken wollten. Was durch den vierten Dreier im fünften Heimauftritt im Frühjahr unter Trainer Michael Köllner auch gelang –3:0 (1:0). Während der amtierende ÖFB-Cup-Sieger nach der neunten (!) Auswärtsniederlage in Folge nunmehr Tabellenletzter ist.

„Festung Donaupark“! Im fünften Heimspiel im Frühjahr gelang dem FC Blau-Weiß Linz der vierte Dreier!
Simon Seidl und Co. sogleich mit Angriffsakzenten
Thomas Silberberger nahm bei seiner Auswärts-Premiere als WAC-Cheftrainer zwei personelle Veränderungen gegenüber dem „Hinspiel“ in Wolfsberg vor drei Tagen vor. Matić und Ageymang rückten anstelle von Wohlmuth und Avdijaj in die Startelf. Diabaté fehlte kurzfristig krankheitsbedingt, der Ex-LASKler René Renner weiter langzeitverletzt.
Die angeschlagenen Wölfe kamen mit einer inferioren Bilanz in die österreichische Landeshauptstadt, nach acht Niederlagen in Serie aus den vergangenen Gastspielen in der Fremde und überhaupt seit gesamt elf Partien und in 2026 noch sieglos (5U, 6N). Mit viel Selbstvertrauen ausgestattet sind dagegen daheim die Blau-Weißen, die nach zuletzt zwei Siegen und unter Trainer Michael Köllner drei Dreiern aus vier Heimauftritten mit breiter Brust in diesen „Kellergipfel“ gingen.
Personifiziert durch Simon Seidl, der sogleich beherzt aus 18 Metern abzog – abgeblockt (3.). Dann wieder Seidl, diesmal mit dem diagonalen Flugball von halbrechts mit links an den Fünfmeterraum auf Nico Maier, dessen Kopfball der seit Wochen zuverlässige WAC-Rückhalt Nikolas Polster über das Torgebälk lenkte (6.). Die Kärntner kurz vor Ende der Anfangsviertelstunde mit dem ersten Abschlussball, doch der Flachschuss von Angelo Gattermayer aus 18 Metern zu unpräzise und links am Gastgeber-Gehäuse vorbei (13.). Die Anspannung anhand der beiderseits prekären Tabellen-Situation ersichtlich.
Elfmeteralarm im Linzer Sechzehner, ehe Ex-WAC-Torjäger Weissman für Blau-Weiß traf
In der 17. Minute Aufreger im Linzer Sechzehner. Die Wolfsberger reklamierten nach Duric-Hereingabe einen Elfmeter, sahen ein Handspiel von Pašić, doch Schiedsrichter Sebastian Gishamer ließ weiterspielen (17.). Für Sky-Experte Marc Janko in der Pausenanalyse ein „ganz klarer Elfmeter“. Glück für die Gastgeber.
Es bot sich vor ausverkauftem Haus den zahlreichen Zuschauern eine ebenso umkämpfte, wie auch zerfahrene Partie. Beide Ü-50-Trainer in der Coachingzone in Action, emotional ihr Team pushend, Adrenalinpegel hoch.
Dann brach ausgerechnet Ex-WAC-Toptorjäger Shon Weissman den Bann und fügte den Wolfsbergern nach zwei Nullnummern das erste Gegentor zu. Nach einer Ronivaldo-Hereingabe von rechts setzte sich der 30-jährige Israeli körperbetont im Zentrum im Gerangel um den Ball gegen Ex-Mitspieler Dominik Baumgartner durch, der die Balance verlor und zu Fall kam, während Weissman die Gunst der Gelegenheit nutzte und aus der Drehung zu seinem neunten Saisontor vollendete – 1:0 (29.).

„Geburtstagskind“ Alexander Briedl zog es die Schuhe aus
Die Reaktion der Silberberger-Schützlinge folgte. Erik Kojzek steckte durch auf Dejan Zukić, der nach unglücklicher Abwehr von Simon Pirkl plötzlich völlig freistehend vor Nico Mandl auftauchte, doch der 26-jährige Deutsche mit einer prächtigen Fußabwehr (36.). Kuriose Szene dann noch in der Nachspielzeit, als Alexander Briedl an seinem heutigen 24. Geburtstag sein Schuhwerk verlor, Blau-Weiß allerdings nicht die 1:0-Pausenführung in der „Festung Donaupark“.
Nach dem Seitenwechsel die bis dato zahnlosen Wölfe mit zwei frischen Offensivkräften – Pink & Ngankam. Doch zunächst weiter mit defizitärer Durchschlagskraft. Während sich die Stahlstädter nun mehr auf die Defensive verlagerten, doch dann einen gefahrvollen Umschaltmoment auslösten.
„Mensch Maier“! Frecher Freistoß per Schweizer Maßarbeit
Shon Weissman im Duell mit Nicolas Wimmer, der kurz vor dem 16-er den Israeli festhielt und dafür die gelbe Karte sah, weil eben Simon Piesinger noch dahinter stand und somit Wimmer nicht letzter Mann war. Auch nach Onfield-Review hielt die Entscheidung des Salzburger Schiedsrichters bestand.
Nicht allerdings die 1:0-Führung, denn der Schweizer Nico Maier verwandelte den fälligen Freistoß per präzisem und zugleich frechem Flachschuss auf dem nassen Terrain ins linke Eck zum vielumjubelten 2:0 (66.) vor dem Blau-Weiß-Fansektor. Die Gäste zwar bemüht um das Anschlusstor, doch auch im dritten Spiel unter Chefcoach Thomas Silberberger ohne Treffer. Während Nico Maier noch einen drauf setzte und seinen Doppelpack schnürte – 3:0 (90.+3).
Am Samstag geht es für das neue Schlusslicht WAC in Runde 29 mit dem Heimspiel gegen den GAK 1902 weiter, während die Linzer bereits zuvor am Freitag erneut Heimrecht haben und nach dem Vorjahres-ÖFB-Cupsieger aus Wolfsberg den diesjährigen ÖFB-Cup-Finalisten SCR Altach empfangen.
Bundesliga-Saison 2025/26 Runde 28, Qualigruppe Runde 6
Dienstag, 21. April 2026, 18:30 Uhr, Hofmann Personal Stadion in Linz, Z: 5.595 (Ausverkauft); SR: Sebastian Gishamer/Salzburg.
FC Blau-Weiß Linz vs. RZ Pellets WAC 3:0 (1:0)
FC Blau-Weiß Linz (3-4-1-2): Mantl; Pašić, Maranda, Varesi-Strauss (K); D. Reiter (88. Dahlqvist), S. Seidl (88. Mensah), Briedl, Pirkl; Maier; Ronivaldo (57. Fofana), Weissman (80. Cvetko). Trainer: Michael Köllner.
Wolfsberger AC (3-4-3): Polster; Baumgartner (K, 70. Wohlmuth), Piesinger (77. Schöpf), N. Wimmer; Matić, Sulzner, Agyemang, Djuric (46. Ngankam); Gattermayer, Kojzek (46. Pink), Zukić (70. Avdijaj). Trainer: Thomas Silberberger.
Torfolge: 1:0 Weissman (29., Ronivaldo), 2:0 N. Maier (66., Freistoß), 3:0 N. Maier (90.+3, Mensah).
Gelbe Karten: Ronivaldo (40., Foulspiel), Varesi-Strauss (81., Foulspiel) / N. Wimmer (62., Foulspiel), Ngankam (73., Foulspiel), Matić (76., Foulspiel).
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Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at und Gepa-Admiral