Für markige Sprüche und das „Herumpoltern“ ist O’Leary hinlänglich bekannt. Das dürfte mit ein Grund sein, warum in Journalistenkreisen das Interesse an Ryanair-Pressekonferenzen in Wien mittlerweile schwindend ist. Denn außer, dass O’Leary und sein Österreich-Adlatus Andreas Gruber (Boss von „Lauda“, einer Ryanair-Tochter ohne eigene Flugzeuge mit Sitz im Concorde Business Park in Schwechat) regelmäßig die österreichische Bundesregierung scharf attackieren und die Abschaffung der Flugverkehrssteuer fordern – garniert mit Drohungen, Flugzeuge abzuziehen, wenn das nicht geschehen sollte – gibt es dort nicht viel zu hören.
Gestern war es wieder einmal soweit und im Hinblick auf den kommenden Winterflugplan 2026/27 drohte Ryanair – welche Überraschung – mit der Einstellung der Flüge ab Linz, sollte Österreich die Flugverkehrsabgabe nicht abschaffen. Ryanair-Boss Michael O’Leary forderte eine diesbezügliche Entscheidung von der österreichischen Bundesregierung bis 1. Mai.
SPÖ-Infrastrukturminister Hanke bezeichnete eine Abschaffung der Flugverkehrsabgabe als „unrealistisch“, stellte allenfalls eine „Reduktion“ in Aussicht.
Die Wirtschaft, Flughäfen und auch andere Airlines fordern dagegen seit geraumer Zeit ebenfalls eine Abschaffung – allerdings ohne derart „herumzupöbeln“, wie das der Ryanair-Chef tut.
Text & Fotos: Patrick Huber