2023/24 wäre man ohne Punkteteilung vor Sturm gelandet, in einer Champions-League-Gruppe mit Real Sociedad, Benfica und Inter Mailand Letzter zu werden ist kein Schandfleck, das Cup-Halbfinale ging 3:4 verloren.
Im Jahr darauf schaffte der Klub die Quali für die Königsklasse und wurde wieder Liga-Zweiter, im Cup verlor man in Linz in der Verlängerung. Dieses Jahr scheiterte man mehr an sich selbst als an Brügge im Kampf um das Champions-League-Playoff, ankreiden lassen muss man sich wohl nur das 2:3 daheim in der Europa League gegen Ferencvaros. Im Cup-Halbfinale lief man eine Halbzeit lang einem Tor gegen einen Verein aus der Qualifikationsgruppe nach.
Man ist weit davon entfernt, zu wenig zum Leben, aber zu viel zum Sterben zu haben. Und ein Szenario wie beim WAC, wo man vom Fast-Double-Gewinner innerhalb von nicht einmal zwölf Monaten zum Abstiegskandidaten Nummer eins wird, ist komplett unrealistisch. Ungeachtet dessen müssen sich Dinge ändern.
Für viele liegt der Leistungsabfall an dem Abgang von Christoph Freund. Es nur an ihm festzumachen, greift aber zu kurz. Genauso wie zu sagen, dass es an diesem oder jenen Trainerfehlgriff lag. Auch unter dem heutigen Bayern-Sportchef waren Flops dabei, es ist nie nur ein Faktor, der das entscheidet.
Wie kann die Transferstrategie aussehen?
Mag sein, dass Freund ein besonders gutes Auge hatte und die personellen Wechsel am Trainerstuhl die Entwicklung hemmen. Aber es ist beliebig geworden, was die Bullen zusammenkaufen. Mal Routine, mal Perspektive, mal Stoßstürmer, mal Wirbelwind. Eine erkennbare Handschrift, ein klares Profil, das sucht man im Kader derzeit vergeblich. Allerdings sind die Salzburger Opfer des eigenen Erfolgs geworden.
Abgesehen davon, dass national von Sturm abwärts eigentlich alle Klubs Talente suchen, um sie teuer zu verkaufen, machen das auch international so gut wie alle Vereine unterhalb der Preisklasse ManCity, Bayern, Real und Co. Ein möglicher Vorteil kann in dem Zusammenhang der eigene Nachwuchs sein.