Drei Persönlichkeiten, drei Geschichten – und kein Platz für Hochglanz-Narrative. Die Veranstaltungsreihe „Spilling The Tea“ erlaubte zum vierten Mal Einblicke hinter die Kulissen. Dorthin, wo berufliche Projekte ins Wanken geraten und Strategien überdacht werden.

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Nur viel früher, damit ich mehr von ihnen habe.“ Mit diesem Zitat von Marlene wurde die vierte Ausgabe von „Spilling The Tea“ eröffnet – ein Format, das bewusst anders sein will. Hinter dem Titel verbirgt sich kein klassisches Business-Event, sondern ein „Fuck Up Morning“, der im Leokino Innsbruck Raum schafft für das, was sonst oft ausgeblendet wird: Zweifel, Umwege und Entscheidungen, die nicht immer geradlinig verlaufen. Es wird aus dem Nähkästchen geplaudert – und der Tee ungesüßt serviert.

 

Einblicke abseits des Gewöhnlichen

Organisiert vom Kommunikations-Kollektiv Breitetiefe und moderiert von der „Scheiter-Expertin“ Bettina Wenko von den Fuck Up Nights Tirol, stand Offenheit statt Inszenierung im Mittelpunkt.

Auf der Bühne teilten die drei SpeakerInnen Christiane Gasser, Hubertus Winkler und Alexander Dresen ihre persönlichen Erfahrungen aus der Berufswelt – von Rebranding über KI bis hin zu neuen Arbeitsmodellen und Gender Pay Gap. Der gemeinsame Nenner: Fehler sind keine Schwäche, sondern Wegbereiter – und oft der Anfang richtig guter Geschichten.

 

Drei Learnings, die bleiben

Den Auftakt machte Christiane Gasser vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit einem Blick auf das Rebranding von „Ski Austria“. Ein Projekt, das vor drei Jahren hohe Wellen schlug, intern wie öffentlich. Zwischen Kritik und Shitstorm wurde deutlich, wie viel Mut es braucht, an einer Idee festzuhalten – und wie wertvoll Reibung sein kann.

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Learning: Weiterentwicklung entsteht oft dort, wo es unbequem wird – und wo Kritik nicht vermieden, sondern genutzt wird.

 

Danach führte Hubertus Winkler, der Geschäftsführer von ACC Digital, in ein ganz anderes Spannungsfeld: den ambitionierten Aufbau eines AI-Hubs, und die Entscheidung, dieses Vorhaben wieder zu stoppen. Ein Beispiel dafür, dass strategische Klarheit manchmal im Loslassen liegt.

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Learning: Nicht jedes gute Projekt muss umgesetzt werden – entscheidend ist, rechtzeitig die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 

Zum Abschluss rückte Alexander Dresen die Arbeitswelt selbst in den Fokus. Zwischen Freiheit und Struktur stellte der Inhaber der ACC Werbeagentur die Frage, wie Organisation heute funktionieren kann und warum echte Selbstbestimmung ohne klare Rahmenbedingungen kaum möglich ist.

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Learning: Ein gutes Arbeitsklima entsteht im Zusammenspiel von Freiheit und klaren Strukturen – und bildet die Grundlage für zufriedene KundInnen.