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Bad Nauheim (Hessen) – Die neue Regelung tritt zwar erst in ein paar Tagen in Kraft, doch die Emotionen sprudeln jetzt schon hoch. Dabei wollte man in der Sprudelhof Therme in Bad Nauheim doch eigentlich nur mehr Ruhe, und nicht mehr Aufregung. Eigentlich geht es ja auch nur um einen Tag in der Woche, an dem das Thermalbad für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren tabu ist.
Kaum wurde das „Kinderverbot“ via Instagram-Post angekündigt, begann die Diskussion. Inzwischen gibt es über 200 Kommentare, von „mega“ und „vollkommen nachvollziehbar“ bis „erschreckend“ und „schämt Euch!“
So begründet das Schwimmbad das Kinder-Verbot
Die neue Regelung greift ab kommendem Samstag (25. April) unter dem Namen „Relax Saturday“. Jens Bonnard, Betriebsleiter der Sprudelhof Therme in Bad Nauheim (Hessen), auf BILD-Anfrage: „Uns ist es wichtig, die Rückmeldungen unserer Gäste ernst zu nehmen. Eine der häufigsten Rückmeldungen ist der Wunsch nach einem Tag am Wochenende, der besonders der Ruhe, Entspannung und Regeneration gewidmet ist. Mit dem ,Relax Saturday‘ werden wir dem gerecht.“ Negative Vorfälle, die diesen Schritt nötig machen, habe es in der Vergangenheit allerdings nicht gegeben.

Ines Schmidt (56) aus Friedberg befürwortet den Samstag ohne Kinder
Foto: Reinhard Roskaritz
Was Gäste zu der neuen Regelung sagen
Thermen-Besucherin Ines Schmidt (56) aus Friedberg hält den kinderfreien Samstag für gut: „Wenn es zu laut ist, hat das wenig mit Entspannung zu tun. Wenn vereinzelt drei, vier Kinder da sind, ist das okay. Aber in den Sommermonaten hatten wir es schon, dass es sehr turbulent war. Da wird dann auch mal Bällchen geworfen. Ganz in der Nähe gibt es das ‚Usa-Wellenbad‘ – ein Freizeitbad, in dem Kinder toben können.“

Anja Rothenstein (54) aus Bad Nauheim sagt: „Ein Tag zum Entspannen muss sein“
Foto: Reinhard Roskaritz
PR- und Marketing-Managerin Anja Rothenstein (54) aus Bad Nauheim sieht das ähnlich: „Ich finde die neue Regelung gut. Es war 5 vor 12. Zum Teil toben hier einige Kinder, springen ins Wasser. Ein Tag zum Entspannen muss sein.“
Die Befürworter des Kinderverbots scheinen nicht nur in den Kommentarspalten der Sozialen Medien zu überwiegen. Doch es gibt auch entschiedene Gegner der neuen Regelung.

Dauerkarten-Besitzer Michael Bürger (64) aus Butzbach kann die neue Regelung nicht nachvollziehen
Foto: Reinhard Roskaritz
Diplom-Betriebswirt Michael Bürger (64) aus Butzbach findet es hingegen „nicht angebracht, dass Kinder ausgeschlossen werden“. Der Dauerkarten-Besitzer sagt: „Ich bin mit meinen Kindern früher selbst in Thermalbäder gegangen. Viele Leute arbeiten unter der Woche und gehen deshalb am Wochenende in die Therme. Außerdem sind hier genügend Becken vorhanden. Wer weniger Betrieb will, sollte unter der Woche gehen. Ich habe mich von Kindern hier noch nie gestört gefühlt.“
Foto: Sprudelhof Therme Bad Naheim
„Natürlich gibt es immer unterschiedliche Ansichten und Rückmeldungen“, sagt Thermen-Chef Jens Bonnard. „Wir können aber schon heute sagen, dass wir viel Zuspruch zu dieser Entscheidung erhalten.“
Wenn nicht gerade das Kinderverbot in der Therme, zu der auch ein Bereich mit Freibad gehört, gilt, zahlen übrigens auch Babys Eintritt: 10,80 Euro für zwei Stunden. Wer älter als 12 ist, zahlt 18 Euro.
