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Berlin – Aufregung am Hauptstadtflughafen BER. In einem Passagierflugzeug rastete ein Abschiebehäftling plötzlich aus. In den hinteren Reihen begann der Mann zu randalieren, Polizisten griffen ein und führten ihn aus dem Flieger. Beim Gerangel wurde an der Vordertür des Airbus A320 die Notrutsche ausgelöst. Alle Passagiere mussten raus.
Die Maschine der Austrian Airlines sollte eigentlich um 7 Uhr von Berlin nach Wien starten. Doch nach dem Zwischenfall ging zunächst nichts mehr. Der Start verzögerte sich erheblich.
Randale löst Notrutsche aus
Eine Sprecherin der Airline bestätigte den Vorfall. Der Passagier habe sich lautstark bemerkbar gemacht, weshalb entschieden worden sei, ihn aus dem Flugzeug zu nehmen. Dabei sei es dann zur Auslösung der Notrutsche gekommen.
Für die übrigen Fluggäste bedeutete das: raus aus dem Flieger, zurück ins Terminal des BER, warten. Erst am späten Vormittag konnten die ersten Passagiere wieder einsteigen. Der Flug wird mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Wien erwartet.
Hunderte Abschiebungen abgebrochen
Der Vorfall reiht sich in eine Vielzahl gescheiterter Abschiebungen ein. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr 1593 Abschiebungen mit Beteiligung der Bundespolizei abgebrochen.
Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Neben medizinischen Notfällen kommt es immer wieder zu aktivem oder passivem Widerstand. Auch fehlende Dokumente oder Probleme rund um den Flug können eine Abschiebung stoppen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22.787 Menschen aus Deutschland abgeschoben, der Großteil davon auf dem Luftweg.