Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, hat sich am Mittwochabend in Berlin gegen die Kritik von US-Präsident Donald Trump am amtierenden Papst positioniert. Im Rahmen eines Empfangs zur Verabschiedung des Apostolischen Nuntius Nikola Eterovic bezeichnete Wilmer das Vorgehen des US-Präsidenten als ungemessen. Papst Leo hatte sich zuvor bereits dazu geäußert.

„Bin in Afrika für Katholiken, nicht um mit Trump zu debattieren“

Auf seinem Flug nach Luanda hat der Papst Kamerun für die Gastfreundschaft gedankt. Zugleich stellte er vor Journalisten klar, dass er kein Interesse habe, mit Trump zu …

Bischof Wilmer reagierte nun ebenfalls auf die Äußerungen, die Trump vorvergangenes Wochenende auf seiner Plattform „Truth Social“ getätigt hatte. Dort bezeichnete der Präsident den Papst als „Katastrophe“ in der Außenpolitik. Auslöser war die Verurteilung von US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran durch das Kirchenoberhaupt, das diese als „wahrlich inakzeptabel“ eingestuft hatte.

„Papst Leo XIV. in diesen Tagen seiner Friedensmission von Algerien durch den afrikanischen Kontinent derart politisch von einer Seite belehren zu wollen, ist inakzeptabel“, zitiert das Redemanuskript den DBK-Vorsitzenden. Wilmer äußerte die Erwartung, dass das Handeln des Papstes nicht durch „partikulare Interessen großer Mächte in Misskredit gebracht wird“.

KI-Bilder und diplomatischer Kontext

Neben verbalen Angriffen hatte Trump in den sozialen Medien zwei durch Künstliche Intelligenz erzeugte Bilder verbreitet. Diese zeigten ihn in einer jesusähnlichen Darstellung sowie in einer Umarmung mit Jesus Christus vor der Flagge der Vereinigten Staaten. Dieses Vorgehen sowie das fortgesetzte „Papst-Bashing“ führten zu weltweiten Reaktionen.

Bischof Wilmer betonte vor diesem Hintergrund die Relevanz der vatikanischen Diplomatie als Brücke zu Frieden und Verständigung. Die Friedensbemühungen des Heiligen Stuhls würden „auch durch andere Auffassungen aus Washington in keiner Weise gering“ geschätzt.

Verabschiedung von Nuntius Eterovic

Anlass der Rede war das Ausscheiden von Erzbischof Nikola Eterovic aus dem diplomatischen Dienst. Eterovic vertrat den Heiligen Stuhl seit 2013 als Botschafter in Deutschland. Er beendet seine Tätigkeit mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren. Neuer diplomatischer Vertreter des Heiligen Stuhles in Berlin wird Erzbischof Hubertus van Megen.

(kna/pm – mg)