Zur Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals ist nun der Einsatz einer rund 15 Meter breiten, absenkbaren Barge im Gespräch. Dabei handelt es sich um eine Art nicht selbstfahrenden Lastkahn, der von Schleppern gezogen wird. Die Barge sei auf dem Weg aus dem Hamburger Raum in Richtung Wismarbucht, sagte ein Mitglied der privaten Rettungsinitiative, zu der auch rechte Aktivisten gehören.
Wann genau die Barge eintreffe, sei nicht klar. Die Anfahrt brauche Zeit, da die Barge nur mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten, etwa neun Kilometern in der Stunde, unterwegs sei und durch den Nord-Ostsee-Kanal müsse. Allein das werde etwa einen Tag in Anspruch nehmen. Geplant ist zudem ein Zwischenstopp in der Werft in Wismar.
Das Konzept sehe den Einsatz von zwei Schleppern vor Ort vor. Beim Umweltministerium wollte man sich vor einer Lagebesprechung nicht zu den Details äußern. Zunächst hatte „Bild“ über den Kahn berichtet.
Wal bewegt sich weiterhin nicht fort
Der Wal liegt unterdessen weiter in der Kuhle am Ende der Kirchsee. Die Wasserschutzpolizei hat das Tier in der Nacht rund um die Uhr beobachtet. „Wir waren die ganze Nacht vor Ort. Er war nicht so aktiv“, sagte ein Sprecher am Morgen.
Der ursprüngliche Plan sah vor, den Wal mit Luftkissen anzuheben und mithilfe von Pontons und einer Plane abzutransportieren.
Retten oder nicht retten?
Expertinnen und Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC) empfehlen eine möglichst ruhige und palliative Versorgung des Meeressäugers. Backhaus sieht sich dadurch bestätigt. „Diese Einschätzung deckt sich mit der wissenschaftlichen Bewertung, die von Anfang an Grundlage unseres Handelns war“, sagte er.
Ein wissenschaftliches Gutachten war zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Rettungsversuch nicht erfolgversprechend sei und erhebliche Risiken für das Tier berge. Auf dieser Grundlage hatte das Land entschieden, auf weitere aktive Eingriffe vorerst zu verzichten.
Livestream von News5
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.
Sender am Wal befestigt
Nach drei Wochen an derselben Stelle war der Wal am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus versuchten Helfer, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das vermutlich erschöpfte Tier aber. Inzwischen wurde ein Sender an dem Wal befestigt. So könnte sein Weg verfolgt werden, sollte er sich überraschend doch noch befreien und losschwimmen. Der Wal sei mittlerweile fünf- bis sechsmal gestrandet, wenn man seine Bewegungen am Montag berücksichtige, sagte Backhaus.
Die Rettungsbemühungen konzentrierten sich nach Angaben der Initiative zuletzt darauf, dem Tier mehr Platz zu verschaffen. Schon am Dienstag hatten Helfer mit Saug- und Spültechnik den Untergrund bearbeitet. Inzwischen liegt der Wal in einer Mulde im Wasser, so soll möglichst wenig Eigengewicht auf ihm und seinen Organen lasten. Wegen der Sonneneinstrahlung wurde sein Rücken mit nassen Tüchern bedeckt. Zweieinhalb Kilogramm Fisch, die dem Wal am Dienstag angeboten wurden, fraß er nicht.
Lesen Sie außerdemRechte Aktivisten im Rettungsteam für Buckelwal Die falschen Walflüsterer Aus Angst vor ukrainischer Invasion Russland macht „Krim-Strände zu Minenfeldern“ Minister Till Backhaus über den Wal „Timmy“ „Seine Rufe lassen mich nicht mehr los“
Backhaus kündigte an, die Ereignisse politisch aufzuarbeiten. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Situationen künftig häufiger auftreten können. Deshalb werde ich mich auf Bundesebene für bessere gemeinsame Strukturen im Umgang mit Großwalen einsetzen.“ (Agenturen/Tsp)