Vinted öffnet Marktplatz zwischen Österreich und Deutschland. Ein Handel zwischen den beiden Ländern war bisher nicht möglich. Trotz eines rasanten Wachstums konnte der Secondhand-Onlinehändler seinen Gewinn zuletzt nicht steigern.
Ab sofort ist bei Vinted der länderübergreifende Handel zwischen den Mitgliedern in Österreich und Deutschland möglich. „Wir bringen zwei Märkte zusammen, die sich in Community, Sprache und Vorlieben sehr ähneln und daher sicher regen Handel betreiben werden”, heißt es in einer Aussendung von Moritz Schmude, Market Strategist Western Europe bei Vinted. „Dieser Schritt unterstreicht unsere Mission, Secondhand weltweit zur ersten Wahl zu machen.”
Bisher konnten Österreicher und Deutsche auf Vinted nicht miteinander handeln, da der Marktplatz für österreichische Nutzer nur mit Frankreich und Italien verbunden war.
Gleichzeitig gewinnt Vinted in Österreich auch die Post als neuen Logistikpartner. Die Option, mit der Österreichischen Post zu versenden, ist ab sofort für den nationalen Versand sowie den Versand nach Deutschland für Vinted-Mitglieder in Österreich verfügbar, heißt es.
Damit haben die User mehr Standorte zur Auswahl, um ihre Pakete abzugeben und abzuholen. Zudem soll ein schnellerer Versand, entweder nach Hause oder an einen Poststandort, möglich sein. Auch sind nun flexiblere Versandlösungen für kleine, mittlere und große Pakete verfügbar.
Trotz eines rasanten Wachstums hat der Secondhand-Onlinehändler seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr nicht steigern können. Der Umsatz erhöhte sich 2025 um 38 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro, wie der mögliche Börsenkandidat am Donnerstag bekannt gab. Der Bruttowarenwert – also der Gesamtwert der auf der Plattform verkauften Produkte – legte sogar um 47 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro zu. Der Nettogewinn sank aber gegenüber dem Jahr davor von 77 auf 62 Mio. Euro.
Über Vinted
Vinted ist ein Marktplatz für Secondhand-Mode in Europa und die erste Adresse für alle Arten von gebrauchten Artikeln. Das Unternehmen wurde 2008 in Litauen gegründet und entwickelte sich 2019 zum ersten Unicorn des Landes. Die Plattform hat ihren Hauptsitz in Vilnius und weitere Niederlassungen in Litauen, Deutschland und den Niederlanden. Das Unternehmen beschäftigt über 2200 Menschen. Zu den Investoren zählen Accel, EQT Growth, Insight Partners, Lightspeed Venture Partners und Sprints.
Vinted begründet den Gewinnrückgang mit Investitionen in neue Produktkategorien wie Elektronik und Haushaltswaren sowie die Expansion in neue Länder. Ein Wiederaufflammen der Inflation dürfte dem Geschäft nach Einschätzung von Firmenchef Thomas Plantenga nicht schaden.
Vinted sei nützlich, wenn die Menschen weniger Geld hätten, sagte Plantenga der Nachrichtenagentur Reuters. Sie könnten dann Dinge verkaufen, um Geld zu verdienen, und zugleich Schnäppchen finden. Pläne für einen Börsengang gebe es kurzfristig nicht, fügte er hinzu. (klug/Reuters)
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