David Affengruber hat Elche am Mittwoch zu einem im Abstiegskampf enorm wichtigen 3:2-Sieg gegen Atletico Madrid geführt – und stand dabei im Zentrum aller drei Tore. Der 25-Jährige erzielte nicht nur seinen ersten Treffer in der spanischen LaLiga, sondern holte einen Elfmeter heraus und steuerte eine Vorlage bei.
Damit hat der ÖFB-Verteidiger seinen Verein fast im Alleingang aus den Abstiegsrängen gehievt. Sein Trainer fand nach dem Triumph deutliche Worte.
Elche-Coach will Affengruber bei der WM sehen: „Wäre eine Ungerechtigkeit“
„Wenn David nicht zur WM fährt, wäre das die größte Ungerechtigkeit der Geschichte“, sagte Elche-Coach Eder Sarabia nach dem Spiel bei DAZN. Damit unterstrich der Spanier, welchen Stellenwert Affengruber aktuell im Team hat. Der Aufsteiger kletterte durch den überraschenden Erfolg auf Rang 15 und liegt damit zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz.
Affengruber traf gegen Atletico in der 18. Minute in seinem 30. LaLiga-Spiel zum 1:1-Ausgleich. Nach der Kopfballverlängerung eines Mitspielers reagierte der Rechtsfuß schnell und versenkte den Ball mit seinem starken Fuß im Netz. Kurz darauf war der Innenverteidiger erneut entscheidend beteiligt: In Minute 30 nahm er Thiago Almada im Atletico-Strafraum den Ball ab, ehe dieser Affengruber zu Fall brachte. Die Folge waren Rot wegen Notbremse und ein Elfmeter, den Andre Silva verwandelte. Beim dritten Elche-Treffer in der 75. Minute leitete Affengruber den Angriff zuerst per Kopfball ein und legte nach einer Parade von Jan Oblak auf Silva ab, der erneut traf.
Affengruber nach Gala-Auftritt: „Mein bestes Spiel“
Die Zahlen untermauern Affengrubers Gala-Auftritt gegen Atletico: So gewann er 4/4 Luftzweikämpfen, kam auf 14 Balleroberungen und hatte mit 124 Ballaktionen die meisten im gesamten Spiel. Zudem brachte er 95 seiner 107 Pässe an (89 Prozent). Überragende 18 Pässe spielte der Abwehrspieler ins letzte Drittel.
Affengruber selbst sprach bei DAZN anschließend von seinem bislang stärksten Auftritt: „Ich glaube, das war mein bestes Spiel, denn es kommt nicht oft vor, dass man an allen drei Toren beteiligt ist.“ Gleichzeitig richtete der Defensivspieler den Blick bereits nach vorne: „Es ist schwer, in LaLiga zu gewinnen, aber am Sonntag müssen wir das wieder schaffen.“ Am Sonntag trifft Elche auswärts auf Schlusslicht Real Oviedo.
Höchste Priorität hat laut Affengruber der Klassenerhalt. „Es stehen noch sechs Spiele aus, und wir Spieler wollen sie alle gewinnen (…). Wir konzentrieren uns auf jedes einzelne Spiel und werden sehen, wo wir am Ende stehen“, sagte der Niederösterreicher.
Wechsel nach Spanien hat sich ausgezahlt
Affengruber wechselte im Sommer 2024 als österreichischer Meister mit Sturm Graz durchaus überraschend zu Elche. In seiner ersten Saison stieg er als Stammspieler auf und ist auch heuer gesetzt. Im Oktober 2025 wurde er in den Kreis der Klubkapitäne aufgenommen, Ende Jänner 2026 führte er Elche gegen den FC Barcelona erstmals von Beginn an als Kapitän aufs Feld. Sein Vertrag bei Elche läuft bis 2027 mit Option auf ein weiteres Jahr.
Im März wurde der Mostviertler erstmals ins ÖFB-Team einberufen. Gegen Ghana (5:1) feierte Affengruber mit einem Kurzeinsatz seinen Einstand. Im Vorfeld seines ÖFB-Debüts meinte er: „Natürlich ist es ein bisschen eine Bestätigung, dass mein Weg kein falscher war. Aber das muss jeder selbst bewerten. Wenn ich eine Entscheidung treffe, stehe ich dahinter. Den Weg ziehe ich zu 100 Prozent durch.“
(Red.)
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