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Orlando (USA) – Nach einer künstlichen Befruchtung war die Geburt ihrer Tochter für Tiffany Score und Steven Mills der glücklichste Moment ihres Lebens. Aber auch der Beginn einer nervenaufreibenden Suche nach Wahrheit. Score und Mills konnten offensichtlich nicht die biologischen Eltern ihrer Tochter sein. Jetzt wissen die beiden Amerikaner, wer es ist.
„Die Testergebnisse, die uns heute übermittelt wurden, bestätigen, dass die genetischen Eltern unseres Babys identifiziert wurden“, erklärten Tiffany Score und Steven Mills am Mittwoch über ihren Anwalt. Die Identität wollen die beiden aber vertraulich behandeln, teilten sie dem Magazin „People“ mit. Dennoch ist das Rätsel um die falsche künstliche Befruchtung längst nicht gelöst. „Dies beendet ein Kapitel unserer herzzerreißenden Reise, wirft jedoch neue Fragen auf, die noch geklärt werden müssen.“
Das treibt die Eltern des Kindes an
Die drängendste Frage: Wollen die leiblichen Eltern ihr Kind zurück? Score und Mills erklärten bereits im Januar, dass sie ihre Tochter zwar „mehr lieben, als Worte ausdrücken können“, sich jedoch „moralisch verpflichtet fühlten, ihre genetischen Eltern zu finden“. Zu groß ist die Sorge, dass ihnen ihr Baby jederzeit weggenommen werden könnte. „Nur eines ist heute genauso sicher wie am Tag der Geburt unserer Tochter – wir werden dieses Kind lieben und für immer seine Eltern sein“, sagten sie am Mittwoch.
Der Anwalt der Familie erklärte nach den Entwicklungen am Mittwoch gegenüber „People“, dass die biologischen Eltern von Shea aber bislang keinen Antrag gestellt hätten, das Kind in ihre Obhut zu nehmen.
Paar verklagt Kinderwunschklinik
Score und Mills hatten im Jahr 2020 drei lebensfähige Embryonen in der Kinderwunschklinik IVF Life in Orlando für eine spätere Schwangerschaft einfrieren lassen. Im April 2025 wurde dann ein Embryo in Scores Gebärmutter eingesetzt. Nach der Geburt im Dezember, dann die große Verwunderung. Beide Eltern sind weiß. Das Baby habe laut Klageschrift an das Gericht in Orlando jedoch das „Erscheinungsbild eines nicht-kaukasischen Kindes“. Ein Gentest bestätigte die Vermutung. Die Eltern reichten Klage gegen die Klinik und den Klinikleiter Dr. Milton McNichol ein, nachdem sie vorher mehrfach versucht hatten, Antworten von der Klinik zu bekommen. Vergebens.
Anfang dieses Monats gab die Kinderwunschklinik in Orlando bekannt, dass sie am 20. Mai schließen werde. Das Gerichtsverfahren läuft unterdessen weiter. Unklar ist noch immer, was aus den eigenen Embryonen des Paares geworden ist.