Die Stadt Innsbruck hat sich ein neues Design gegönnt. Jetzt wäre es an dieser Stelle natürlich recht einfach, die Notwendigkeit dieser Maßnahme überhaupt infrage zu stellen. Oder wie es wohl am Stammtisch heißen würde: „Für so etwas hat man Geld?“ Natürlich könnte man auch mangelnden Patriotismus attestieren, immerhin kommt eine der beiden ausführenden Agenturen aus Linz. 

Diese Form der Kritik ist vermutlich zu provinziell und auch nicht angebracht, dennoch wurde beim Relaunch eine große Chance vertan. Denn vor gut 15 Jahren entstand das neue Innsbruck-Logo, das die Stadt in doppelter Hinsicht entzweite. Einmal in den Reaktionen der Bevölkerung und einmal im wörtlichen Sinne. Seitdem wird Innsbruck nämlich falsch geschrieben: An die geteilte Schreibweise – Inns’bruck – haben sich viele zwar inzwischen gewöhnt, sinnbefreit ist sie aber wie am ersten Tag. Warum entzweien, was zusammengehört? Quasi die Antithese zum Arlbergtunnel.

Im aktuellen Relaunch ist man noch einen Schritt weitergegangen, in den Werbesujets zumindest. Am oberen Rand liest man da INNS’ und am unteren BRUCK. Dazwischen schlaue Slogans, die als Gesamtbild so viel Sinn machen wie das Verkehrskonzept am Bozner Platz. Beispiel gefällig? INNS’ Stadt der „mag ich“ Momente BRUCK.