Lesachtal – Ein Waldbrand hält seit Donnerstagabend die Einsatzkräfte im Kärntner Lesachtal in Atem. Bis Mitternacht waren etwa acht Hektar betroffen, bis Freitagvormittag hat sich die Fläche im steilen Gelände auf 35 Hektar ausgeweitet. Fünf Hubschrauber und 150 Feuerwehrleute standen im Einsatz, darunter auch Einsatzkräfte aus Osttirol.
Von einer angespannten Lage sprach der Bürgermeister von Lesachtal, Bernhard Knotz (ÖVP), zu Mittag: „Das Feuer ist an einer Stelle nur 100 Meter von bewohnten Gebäuden entfernt. Jetzt ist wieder Wind aufgekommen, deshalb wurde eine zweite Löschleitung verlegt und sechs weitere Feuerwehren werden angefordert.“ Zu verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet, habe nun Priorität. „Wir sind guter Dinge, dass wir die 35 Hektar, die in Brand stehen, jetzt einmal so halten können.“ Das sei nicht nur eine Fläche, sondern tatsächlich ein Vollbrand, präzisierte der Bürgermeister.
Die Löscharbeiten bei Nacht gestalteten sich äußerst schwierig.
© APA/FF Liesing
Dass sich das Feuer in der Nacht so stark ausgebreitet hat, sei auf den Wind zurückzuführen – und auf die extreme Trockenheit. Das Feuer war gegen 21.30 Uhr östlich der Ortschaft Maria Luggau ausgebrochen.
„Momentan ist mit Bodenmannschaften relativ wenig zu machen, weshalb mehr Hubschrauber angefordert wurden“, hieß es von der Feuerwehr. Die Flammen würden sich im steilen Gelände buchstäblich nach oben fressen. Auch der Wind und die starke Rauchausbreitung sorgen für Probleme, hieß es vom Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor.
Nicht nur Feuerwehren aus dem oberen Gailtal, sondern auch aus Osttirol wurden zum Löscheinsatz beordert. Auch das Bundesheer ist angerückt. Zuerst galt es, eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Wegen des steilen Geländes und der Dunkelheit war der Einsatz für die Feuerwehrleute aber sehr gefährlich. Auch die Löschwasserversorgung gestaltet sich im steilen Gelände als äußerst schwierig.
Auch das Bundesheer unterstützt die Löscharbeiten aus der Luft.
© Bundesheer
Wegen der Gefahr von auf die Fahrbahn herabrollenden Teilen musste die Lesachtalstraße (B111) zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau für den gesamten Verkehr gesperrt werden, die Sperre dauert bis mindestens 20 Uhr. Eine Umfahrung ist nur großräumig über Osttirol möglich. (APA, TT.com)