Angesichts angeblicher Pläne der US-Regierung für eine Suspendierung der Nato-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Pedro Sánchez die Bündnistreue seines Landes hervorgehoben. »Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten«, sagte er vor Journalisten beim Treffen der EU-Regierungschefs auf Zypern.

Diese Zusammenarbeit könne aber nur »im Rahmen des internationalen Rechts« erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten europäischen Kritiker des US-amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran.

Einem unbestätigten Medienbericht zufolge kursiert im Pentagon eine E-Mail, die Maßnahmen gegen »schwierige« Nato-Mitglieder erwägt. Im Falle Spaniens werde eine Aussetzung der Bündnismitgliedschaft erwähnt, berichtete die spanische Zeitung El País.

Für Trump ist wohl auch Großbritannien ein »schwieriger Partner«

Die spanische Regierung hatte den US-israelischen Krieg gegen den Iran als »illegal« kritisiert. Zudem untersagte sie den USA die Nutzung von spanischen Militärbasen und sperrte seinen Luftraum für US-Militärflugzeuge, die an Angriffen teilnahmen. Mitte 2025 hatte sich Sánchez dagegen gesträubt, das von US-Präsident Donald Trump gewünschte Fünf-Prozent-Ziel der Nato bei den Verteidigungsausgaben zu erfüllen.

Auch Großbritannien schätzen die USA laut der unbestätigten E-Mail als einen »schwierigen« Partner ein. Möglich sei es, die US-Unterstützung des britischen Anspruchs auf die Falklandinseln im Südatlantik zu überdenken, heißt es darin. Sie werden auch von Argentinien und dessen Präsidenten Javier Milei beansprucht. Die britische Regierung hatte den USA ebenfalls untersagt, Militärbasen im Königreich für Angriffe auf den Iran zu nutzen.

Der Nordatlantik-Vertrag sieht keinen Ausschluss eines Nato-Mitglieds vor

Die Nato äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Im Nordatlantik-Vertrag, dem Gründungsdokument der Nato, ist kein Verfahren vorgesehen, das bei unerwünschtem Verhalten Sanktionen oder gar einen Ausschluss vorsieht.

© Lea Dohle

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Es ist unwahrscheinlich, dass europäische Partner den USA dabei helfen, Spanien aus der Nato zu drängen. Denkbar ist allerdings, dass die USA über ihre Veto- und Drohmöglichkeiten dafür sorgen, dass Spanien und andere Verbündete künftig weniger Spitzenposten im Bündnis besetzen können.

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