Werke der Leipziger Schule – von Heisig bis Gille
Zum Ende des Rundgangs ergeben sich besondere Sichtachsen auf den Saal mit Beckmanns Kunst. Dort, in letzten Raum, hängen die Künstler der zweiten Generation der Leipziger Schule: Eine Kreuzabnahme von Volker Stelzmann, eine „Versuchung“ von Arno Rink, zudem Bernhard Heisigs Portrait von Max Beckmanns Sohns Peter.
Zu sehen sind auch viele nackte Menschenkörper in surrealem Kontext und in expressiven Farben von Sighard Gille. Der Künstler malte 1979 das Foyer des Leipziger Gewandhauses aus. Die Schau demonstriert geradezu, wie Beckmann in den letzten Jahrzehnten die Leipziger Malerei prägte.
Musem zeigt Leipziger Künstlerinnen der DDR
Den männlichen Malern aus Leipzig stellt Kuratorin Jenny Graser Werke von Künstlerinnen gleich, die zu DDR-Zeiten in Leipzig ebenfalls malten. Sie stammen aus dem Depot des Leipziger Bildermuseums. Zu sehen ist etwa Monika Geilsdorfs gestrenge Raumpflegerin Frieda P., aber auch eine Beweinung Christi, der früh verstorbenen Malerin Petra Flemming, sowie mehrere Frauenbilder von Doris Ziegler und Puppenkörper, untersucht von Gudrun Brüne. Auch ein Schwarz-Weiß-Foto der Ostberliner Malerin Cornelia Schleime ist zu sehen, die 1984 ausgebürgert wurde.
Kunstwerke des MdbK sollen in Dialog treten
Die Werke in der Ausstellung – teils auch zeitgenössische Kunst, Plastiken, Fotografien – treten mit jenen aus dem Leipziger Depot in interessante Dialoge. Geometrische Abstraktionen aus Stroh des Berliner Künstlers Olaf Holzapfel kommentieren jene von Hermann Glöckner, von Karl-Heinz Adler und der selten ausgestellten Irmgard Horlbeck-Kappler.
Hans-Christian Schinks Straßen-Fotos „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ setzt die Ausstellung gegen Wolfgang Mattheuers Gemälde mit ihren stets leicht gewundenen Straßen. Die Schau stellt die Spannungsverhältnisse und Dialoge der Werke untereinander in den Mittelpunkt.