Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner fordert ein Rentensystem nach dem Vorbild von Österreich. »Dass die Renten in Deutschland im EU-Vergleich
so niedrig sind, ist das Ergebnis jahrelanger politischer
Fehlentscheidungen«, sagte Schwerdtner der Nachrichtenagentur dpa. In
Österreich, wo alle Erwerbstätigen in ein gemeinsames System einzahlen,
seien deutlich höhere Renten möglich.

»Wer jetzt weiter auf private Vorsorge setzt,
macht die Rente zu einem Glücksspiel, bei dem die meisten Menschen im
Alter verlieren werden«, sagte die Linken-Politikerin. »Wir brauchen eine starke gesetzliche Rente, auf die sich alle verlassen können.«

Wirbel um Merz-Aussage zur Rente

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte diese Woche mit der Aussage für
Wirbel gesorgt, die gesetzliche Rente werde künftig allenfalls noch die
»Basisabsicherung« für das Alter sein
. Das brachte ihm Kritik ein, auch aus den eigenen Reihen. Sozialministerin Bärbel Bas
(SPD) sagte daraufhin, Ziel der anstehenden Rentenreform sei ein
Modell, das aus den drei Säulen gesetzliche, betriebliche und private
Rente den Lebensstandard sichere. Dem widersprach Schwerdtner jetzt.

Die Linke fordert, das Niveau der
gesetzlichen Rente von rund 48 Prozent auf mindestens
53 Prozent anzuheben. Dafür soll eine »Erwerbstätigenversicherung« wie in
Österreich gegründet werden, in die auch Beamte, Selbstständige und
Politiker einzahlen. Das Rentenniveau setzt Renten nach 45
Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst ins Verhältnis zum aktuellen
Durchschnittslohn.

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