Schockierende Bilder aufgetaucht
Ukraine entlässt zwei wichtige Kommandeure
24.04.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Oleksandr Syrskyi bei einer Besprechung (Archivbild): Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte hat zwie Kommandeute entlassen. (Quelle: IMAGO/Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/imago-images-bilder)
In der Ukraine sind Bilder von abgemagerten Soldaten und Berichte über ihre Behandlung aufgetaucht. Das hat offenbar personelle Konsequenzen.
Die ukrainische Armee hat die Kommandeure des 10. Korps und der 14. separaten mechanisierten Brigade entlassen. Vorausgegangen waren schwere Vorwürfe, wonach die Führung ukrainische Stellungen verloren habe, Frontsoldaten nicht ausreichend unterstützt wurden und die tatsächliche Lage an der Front verschleiert worden sei. Die Entlassungen folgen der Veröffentlichung von erschütternden Bildern abgemagerter Soldaten, die auf gravierende Versorgungsprobleme hinweisen.
Ivanna Poberezhniuk, die Tochter eines ehemaligen Soldaten der 14. Brigade, hatte Fotos von Soldaten veröffentlicht, die in der Region Charkiw ohne Nahrung und Wasser ausharren mussten. Diese Soldaten sollen aufgrund von Hunger ohnmächtig geworden sein und waren gezwungen, Regenwasser zu trinken. Laut Poberezhniuk reagierte das Kommando nicht auf die dramatische Lage.
Anastassija Siltschuk, die Frau eines Soldaten der Brigade, berichtete auf Facebook von massiven Verzögerungen bei der Lieferung von Lebensmitteln, Wasser, medizinischen Versorgungsmitteln und Treibstoff. Diese Lieferungen hätten zeitweise bis zu 14 Tage auf sich warten lassen, während die Kommunikation an den Frontstellungen oft tagelang ausfiel.
Infolge dieser Vorfälle wurde der Kommandeur der 14. Brigade, Anatolij Lysetskij, durch Taras Maksimow ersetzt, und der Kommandeur des 10. Korps, Serhij Perz, wurde herabgestuft. Neuer Kommandeur des 10. Korps wird Artem Bohomolow.
Obwohl die Entlassungen nicht direkt durch die veröffentlichten Bilder ausgelöst wurden, sondern bereits vorher beschlossen wurden, betonte der Generalstab die Herausforderungen bei der Logistik, insbesondere durch den kontinuierlichen russischen Beschuss von Übergängen über den Fluss Oskil. Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung und zur Stabilisierung der Situation seien bereits ergriffen worden, während eine interne Untersuchung läuft.
