Während der FC Blau-Weiß Linz auch im vierten Heimspiel in der Qualigruppe den vierten Dreier anpeilte und damit einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen wollte, galt es für SCR Altach bei der Generalprobe für das ÖFB-Cup-Finale am nächsten Freitag mit einem Erfolgserlebnis Selbstvertrauen zu tanken. Und wichtige Punkte für den Liga-Verbleib zu holen. In ihrer „Linzer Woche“ gegen die Blau-Weißen und den LASK winkte den Vorarlbergern heute zudem mit einem Sieg die Rückkehr auf den QG-Tabellenthron. Doch es kam anders, durch einen 3:0 (0:0)-Sieg wahren die Linzer ihren Heimnimbus und sind auf Kurs Ligaverbleib.

Simon Seidl brach mit seinem herrlichen Hechtkopfball nach Linksflanke von Nico Maier den Bann und brachte Blau-Weiß Linz auf die Siegerstraße. Kurz darauf folgte der Doppelschlag, traf Ronivaldo zu seinem neunten Saisontor. Dritter „Zu-null-Sieg“ zuhause en suite für das Köllner-Kollektiv. „Festung Donaupark“!

Schwungvoller Blau-Weiß-Beginn bis zur Kopf-Kollision 

Mit dem Selbstverständnis aus vier Dreiern aus fünf Heimspielen im Frühjahr unter Trainer Michael Köllner gingen die Blau-Weißen mit „breiter Brust“ in das Duell mit dem SCR Altach, bei dem weiterhin der angeschlagene Schlüsselspieler Patrick Greil fehlte. Eine erste „Duftmarke“ sendete Vorjahres-Torschützenkönig Ronivaldo, der jedoch das Gäste-Gehäuse verfehlte (6.).

Kurz darauf Nico Maier, zuletzt am Dienstagabend mit einem präzisen Standardtor zum 2:0 gegen den WAC sowie Doppelpack erfolgreich (3:0), diesmal mit einer frechen Cornerball-Variante auf den aufgerückten Abwehrspieler Maranda, dessen Schuss ebenso abgeblockt wird wie beim „Rebound“ Ronivaldo (7.). Die Gastgeber mit einer vielversprechenden Anfangsphase. Dann allerdings beiderseits Schreckmomente:  SCRA-Stürmer Ousmane Diawara und Blau-Weiß-Kapitän Fabio Varesi-Strauss kollidierten mit den Köpfen, bekommen jeweils einen Turban verpasst und machen mit „Brummschädel“ weiter (12.).

Durch die Verletzungsunterbrech entstand ein Bruch im Spiel der Gastgeber, kamen die Vorarlberger urplötzlich zur ersten Torchance. Demaku im Mittelfeld mit der Balleroberung, ehe Massambo mustergültig auf seinen Sturmpartner Diawara duchsteckte. Der 26-jährige Schwede, geboren in Mali, setzte sich gegen Maranda durch, doch verfehlte allein vor Keeper Mantl die rechte Stange (19.).

Mega-Möglichkeite für David Bumberger, doch 0:0 zur Pause

Nach Foulspiel an BWL-Kapitän Varesi-Strauss eröffnete sich dem Köllner-Kollektiv dann eine günstige Gelegenheit per Freistoß aus zentraler Position, 18 Meter Torentfernung. Doch diesmal verzog Nico Maier entgegen vor drei Tagen gegen die Wölfe (25.). Nach verhaltener Phase im Mittelteil der ersten Halbzeit probierte es dann wieder der Schweizer, dessen Flachschuss mit rechts jedoch klar das SCRA-Tor verfehlte (36.).

Als sich schon ein 0:0 zur Pause andeutete, hatten die Blau-Weiß-Fans, die wieder mal für prächtige Stimmung am Donaupark sorgten, den Torschrei bereits auf den Lippen, bot sich den Oberösterreichern noch eine Mega-Möglichkeit für David Bumberger. Nach einer feinen Kombination über Dahlquist und Ronivaldo, tauchte der ehemalige Altacher allein vor dem Gäste-Gehäuse auf, doch Sandro Ingolitsch rettete vor Überschreiten der Torlinie in höchster Not per Fußabwehr (43.). Ein insgesamt zerfahrener, weitestgehend höhepunktarmer erster Durchgang endete mit 0:0.

Isak Dahlquist zündete kurz vor der Pause den Turbo über rechts, passte auf Ronivaldo, der viel Übersicht bewies und David Bumberger bediente. Doch der Linksfuß vergab mit rechts die Großchance zur Linzer Führung, da Sandro Ingolitsch per Fußabwehr für die Rheindörfler rettete.

Linzer wieder mit dem besseren Start und dann per Doppelschlag

Gleich nach dem Seitenwechsel kamen die Stahlstädter nach flüssiger Kombination zum ersten Abschlussball, der von Simon Seidl jedoch zu zentral ausfiel – Endstation SCRA-Schlussmann Stojanović (47.). Dann heikle Strafraumszene, Ronivaldo, im Herbst beim Aufeinandertreffen mit den Altachern an gleicher Wirkungsstätte Goldtorschütze, kam nach dem Tackling von Lukas Jäger zu Fall, Referee Alexander Harkam ließ weiterspielen (48.). Vom gebürtigen Brasilianer gab es auch keinen Protest. Die Altacher Abwehr, mit 30 Gegentoren die mit Abstand wenigsten aller Qualigruppen-Teams kassierend, wankte, doch fiel (noch) nicht.

Die Linzer, mit 11:2-Treffern in den bisherigen drei QG-Heimspielen in Torlaune, weiter druckvoll. Der Ländle-Klub verteidigte mit vereinten Kräften und warf sich in die Schussbälle. Um auf Konter zu lauern. Wie über den offensivstarken Linksverteidiger Mohamed Ouedraogo, der in den beiden Duellen im Frühjahr im Stadion Schnabelholz gegen die Blau-Weißen jeweils traf (1:0, 3:1), bei seinem Vorstoß nach einer Spielstunde jedoch gerade noch im 16-er gestoppt wurde.

Blau-Weiß brach Bann per Doppelschlag von Seidl & Ronivaldo

Auf der Gegenseite brannte Jubel auf, nachdem Simon Seidl nach feiner Linksflanke von Nico Maier per Hechtkopfball aus ca. 12 Metern den Bann brach – 1:0 (66.). Es folgte noch der VAR-Check, ehe der siebente Saisontreffer Seidls bestätigt wurde. Damit nicht genug. Nur eine Zeigerumdrehung legten die Linzer nach mit einem fulminanten Schussball vom Sechzehner ließ Ronivaldo das Tornetz zappeln. Blau-Weißer Doppelschlag und neuntes Saisontor für den 37-Jährigen.

Dann wurde es still im weiten Runde, folgte wegen einem medizinischen Notfall bei Michael Obritzberger eine Spielunterbrechung, ehe der Schiedsrichter-Assistent gottlob wieder weitermachen konnte. Somit gab es acht Minuten Nachspielzeit, in der den Altachern das Anschlusstor nach Aluminiumtreffer vom eingewechselten Hrstić verwehrt blieb (90.).

Stattdessen sorgte der Ex-Altacher Dominik Reiter für den 3:0-Endstand (90.+3). Was für ein herrlicher Schlenzer des Jokers von halblinks mit rechts ins rechte Kreuzeck (90.+3.). Somit feiern die Linzer im vierten Heimspiel in der Qualigruppe den vierten Dreier und machen einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Misslungene Generalprobe dagegen für die Vorarlberger vor dem ÖFB-Cup-Finale.

Bundesliga-Saison 29. Runde, Qualifikationsgruppe 6. Runde

Freitag, 24. April 2026, 19:30 Uhr, Hofmann Personal Stadion in Linz, Z: 5.595 (ausverkauft); SR: Alexander Harkam.

FC Blau-Weiß Linz vs. SCR Altach 3:0 (0:0)

FC Blau-Weiß Linz (3-4-1-2): Mantl; Pašić, Maranda, Varesi-Strauss (K); Dahlqvist (82. D. Reiter) , S. Seidl, Briedl, Bumberger (46. Pirkl); Maier (90.+5 Cvetko); Ronivaldo (82. Fofana), Weissman (90.+4. Mensah). Trainer: Michael Köllner.

SCR Altach (3-4-3): Stojanović; Milojevic, Zech, L. Jäger (K, 90.+4 L. Gugganig); S. Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo; Massombo (74. Hrstić), Diawara (56. Benjamin), Oswald (74. Yalcin). Trainer: Ognjen Zarić.

Torfolge: 1:0 S. Seidl (67., Maier), 2:0 Ronivaldo (68.), 3:0 D. Reiter (90.+3, Varesi-Strauss)

Gelbe Karten: Keine

SPIELFILM im Ligaportal-Liveticker

Fotocredit: lb-photo-Lukas Biereder und Gepa-Admiral