Trennung von Weinzierl bestätigt

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Der FC Bayern hat einen Medienbericht über eine Vertragsverlängerung von Torhüter Manuel Neuer dementiert. Die Münchner „Abendzeitung“ hatte gemeldet, dass der 40-Jährige seinen im Sommer auslaufenden Kontrakt um eine weitere Saison ausdehne und seine Karriere nicht beende. Das Blatt schrieb, dass zwischen dem Rekordmeister und Neuer „alles ausgehandelt“ sei und es nur noch um die offizielle Verkündung ginge.
„Das höre ich jetzt zum ersten Mal“, sagte Sportdirektor Christoph Freund in der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel in Mainz am Samstag (15:30 Uhr/Sky) auf eine entsprechende Frage. „Oft wissen die Medien mehr als wir anscheinend. Die Gespräche hat es noch nicht gegeben, darum bin ich ein bisschen verwundert. Ich weiß nicht, wo das herkommt. Wir sind Mitte, Ende April und wir haben immer dasselbe gesagt: Dass wir mit Manu im Austausch sind.“ Neuer habe „seine Timeline“, ergänzte Freund. „Aber wie gesagt: Es hat das Gespräch noch nicht gegeben mit Manu.“
Seit Monaten wird in München über die Zukunft des Erfolgskeepers debattiert. Die Vereinsbosse hatten dabei stets wiederholt, keine Eile zu haben. Nach dem Halbfinalsieg im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen (2:0) sagte der Weltmeister von 2014 beim Sender „Sky“, angesprochen auf einen neuen Vertrag: „Ich werde jetzt nichts verkünden, das ist klar. Aber im Moment schaut es gut aus.“ Bei „Sport1“ kündigte er eine Entscheidung vor dem Pokal-Finale am 23. Mai an.
Am vorigen Wochenende feierte der Torwart-Routinier seine 13. Meisterschaft und zog mit dem bisherigen Rekord-Meisterspieler und ehemaligen Bayern-Teamkollegen Thomas Müller gleich. Neuer zeigte in dieser Saison mehrmals seine weiterhin vorhandene Extraklasse, etwa beim 2:1-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid oder in dieser Woche in Leverkusen. Zugleich fehlte er öfter als früher wegen Blessuren. Außerdem wurde er in dieser Spielzeit öfter geschont und durch Jonas Urbig ersetzt. Dies soll auch bei einer möglichen Verlängerung so bleiben, um Urbig weiter behutsam aufzubauen. Mit einem Marktwert von 4 Millionen Euro ist Neuer wertvollster Profi seines Jahrgangs.
Wegen PSG: Bayern-Coach Kompany deutet B-Team in Mainz an
Im sportlich unbedeutenden Auswärtsspiel in Mainz werden die Bayern nach Andeutungen von Trainer Vincent Kompany wohl viele Stammspieler schonen. Die bereits als Meister feststehenden Münchner wollen kein Risiko von Verletzungen ihrer Stars eingehen, die in der nächsten Woche im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris Saint-Germain gefordert sind. „Es kann sein, dass wir Entscheidungen treffen, die ein bisschen logisch sind, was vielleicht Belastungssteuerung angeht oder einfach, wenn einige Jungs vielleicht Probleme haben“, sagte Kompany etwas verklausuliert.
Die Bayern hatten schon zuletzt gegen Stuttgart (4:2) auf einige Leistungsträger bewusst verzichtet – und da ging es noch darum, den Meistertitel in der Bundesliga fix zu machen. Nun beim 1. FSV Mainz 05 wolle Kompany jene Spieler aufstellen, „die sich keine Gedanken machen müssen, weil die einfach fit und frisch sind“. Namen nannte der Belgier dabei keine, unterstrich aber, dass es darum gehe, „vernünftige Entscheidungen“ zu treffen. Mit 968,95 Mio. Euro ist der Kaderwert des FCB fast siebenmal so hoch wie der der Mainzer (138,7 Mio.).
Vereinsvergleich
968,95 Mio. €
Marktwert
138,70 Mio. €
88,80 Mio. €
Ausgaben 25/26
19,85 Mio. €
Vincent Kompany
Trainer
Urs Fischer
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Auf den Königsklassen-Kracher gegen Titelverteidiger PSG wollte der Coach noch nicht eingehen. Dass das Highlight-Match am kommenden Dienstag (21 Uhr/Amazon Prime) im Pariser Prinzenpark aber bereits im Hinterkopf seiner Spieler sei, das könne er verstehen. „Es sind alle natürlich Menschen und das ist auch normal.“ Kompany erinnerte daran, dass man vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid in einer ähnlichen Situation war. „Die Spiele sind einfach so groß, dass du die nicht wegdenken kannst.“
Er selbst aber könne ein Vorbild sein und auch die Bundesliga-Partie ernsthaft und konsequent angehen in der Vorbereitung. Er werde in Mainz übrigens wie gewohnt sein Team trainieren und den Job nicht einem Assistenten überlassen, stellt Kompany mit Blick auf das PSG-Spiel klar – dort ist der Belgier im Hinspiel gelbgesperrt. „Nein, das Mainz-Spiel ist keine Probe“, sagte er dazu.
FC Bayern bestätigt Trennung von Campus-Sportchef Weinzierl
Am Freitag bestätigte der Rekordmeister zudem, dass der auslaufende Vertrag von Markus Weinzierl, dem Sportlichen Leiter am Campus, nicht verlängert wird. Darauf habe man sich einvernehmlich geeinigt. Der 51-Jährige hatte den Posten seit Sommer 2024 inne. Als Nachfolger steht Nürnbergs früherer NLZ-Chef Michael Wiesinger in den Startlöchern.
„Markus hat in seiner Zeit in unserer Akademie viele Themen vorangetrieben und hatte mit seinem Wirken einen besonderen Anteil daran, dass wir in dieser Saison so viele Debüts bei unseren Profis gefeiert haben wie nie zuvor. Ich bedanke mich bei ihm für die konstruktive und harmonische Zusammenarbeit und wünsche ihm persönlich und beruflich alles Gute für die Zukunft“, sagte Jochen Sauer, Direktor Nachwuchsentwicklung. Weinzierl erklärte: „Es war eine sehr erfolgreiche und schöne Zeit, aber ich möchte wieder als Trainer im Profibereich arbeiten. Für meine persönliche und berufliche Zukunft nehme ich aus den zwei Jahren FC Bayern München sehr viel mit. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Campus, die es mit ihrer Arbeit möglich gemacht haben, dass Vincent Kompany so viele Talente für seinen Profikader im eigenen Nachwuchs finden konnte. Zehn Spieler mit Profidebüts in einem Jahr, angeführt von Lennart Karl, machen die Saison 2025/26 für den Campus zu einem sensationellen Erfolg. Ich freue mich, drauf unsere Talente auf ihrem weiteren Weg aus der Ferne zu beobachten.“
